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Nach einem Posting auf Twitter hat Markus Söder den Ärger der Internet-Gemeinde auf sich gezogen.

User empören sich auf Facebook

"ParisAttacks ändert alles": Shitstorm gegen Markus Söder

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München - "Sie sind ein ekelhafter Rechtspopulist": Dieser Satz ist am Sonntagmorgen gleich mehrmals auf der Facebook-Seite von Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) zu lesen. Grund: ein Twitter-Eintrag, den Söder am Samstag gepostet hatte.

"Auch Kommunalpolitiker sollten vor dem Posten denken", schreibt zum Beispiel ein User. Ein anderer sieht in Söders Äußerung eine Annäherung der CSU an die AfD. Fast 400 Mal wurde das Twitter-Posting auf Söders Facebook-Seite kommentiert - obwohl Markus Söder es dort gar nicht geteilt hatte. Die Menschen nutzten vielmehr eine ganz andere Veröffentlichung des Finanzministers und schrieben ihre Wut und Verachtung unter eine französische Flagge mit dem Hashtag #WirsindFrankreich, die Söder mit den Worten "Unfassbar. Wir trauern mit den Franzosen" geteilt hatte. Doch den Shitstorm konnte er damit nicht abhalten.

Markus Söders Posting: Hunderte Kommentare in wenigen Stunden

Die Facebook-User kommentierten innerhalb weniger Stunden, was Markus Söder auf Twitter geschrieben hatte: Am Sonntagmorgen (8 Uhr) gab es bereits fast 400 Kommentare, geteilt wurde die Flagge knapp 270 Mal.

Vor allem stößt einigen Facebook-Usern auf, dass sich Markus Söder noch nicht für seine Äußerung entschuldigt hat. "Sie trauern nicht, Herr Söder", schreibt ein User. "Wenn Sie es täten, würden Sie diese Tragödie nicht für politische Zwecke instrumentalisieren." Auch auf Twitter gefällt den Leuten nicht, was sie beim Finanzminister zu lesen bekommen. "Nicht jetzt, Markus", schreibt einer. Und ein anderer: "Bin schockiert. Dies wäre ein Moment zum Innehalten gewesen. Sollen sich die Flüchtlinge in Syrien vom IS umbringen lassen?"

Doch es gibt auch einzelne Stimmen, die Markus Söder zustimmen. "Herr Söder hat vollkommen Recht. ParisAttacks ändert alles. Wer das jetzt nicht kapiert kann ja auswandern. Control Refugees!!"

Markus Söder: "Keine Kompromisse in Fragen der Sicherheit"

"Der Kontinent muss sich besser schützen vor Feinden, die vor nichts zurückschrecken", sagte Markus Söder auch der "Welt am Sonntag". "Die Zeit unkontrollierter Zuwanderung und illegaler Einwanderung kann so nicht weitergehen. Paris ändert alles."

Es könne nicht sein, dass die Behörden nicht wüssten, wer nach Deutschland kommt und was die Menschen hier machen. "Diesen Zustand müssen wir mit allen Mitteln beenden. Nicht jeder Flüchtling ist ein IS-Terrorist. Aber zu glauben, dass sich kein einziger Bürgerkrieger unter den Flüchtlingen befindet, ist naiv." Frankreich zeige: "In Fragen der Sicherheit dürfen wir keine Kompromisse mehr machen."

Söder forderte erneute eine Begrenzung des Zuzugs nach Deutschland. Auf die Frage, welche Zahl Deutschland jährlich verkraften könne, antwortete er: "Eine Million ist viel zu viel. Vorstellbar ist allenfalls eine geordnete Zuwanderung von 200.000 bis 300.000 Menschen. Mehr können wir nicht sinnvoll integrieren."

Söder stellt sich hinter Wolfgang Schäuble

Söder stellte sich hinter Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seinen umstrittenen Vergleich der Flüchtlingssituation mit einer Lawine. "Seine Grundaussage stimmt und trifft die Stimmung vieler Bürger." Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet warnte die CSU davor, die Anschläge von Paris für die Asyldebatte zu instrumentalisieren. "Die Tat in Paris ausgerechnet mit dem Asylschutz für diese IS-Opfer und der Zuwanderungsdebatte in Verbindung zu bringen, ist unverantwortlich", sagte er der "Rheinischen Post".

Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse nach dem Terror in Paris in unserem News-Ticker.

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