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Am Mittwoch löste ein Student Terroralarm in Brüssel aus.

"Heraushängende Drähten" im Mantel

Brüssel: Student misst Strahlung - und löst Terroralarm aus

Brüssel - Ein Gürtel mit Kabeln und ein Mantel im Hochsommer: Wegen seiner ungewöhnlichen Kleidung wird ein Mann in Brüssel für einen potenziellen Attentäter gehalten. Die Polizei rückt zu einem Großeinsatz aus.

Ein junger Mann hat mit Strahlenmessungen in der Brüsseler Innenstadt einen fünf Stunden dauernden Anti-Terror-Einsatz der Polizei ausgelöst. Weil er trotz Sommerhitze einen langen Mantel trug und sich verdächtig verhielt, meldeten ihn mehrere Passanten am Mittwochmittag den Sicherheitskräften. Als die Polizei den Mann aufforderte, den Mantel zu öffnen, kam ein Gürtel zum Vorschein, von dem Kabel herabhingen. Die Polizei sperrte daraufhin mehrere Straßen im Stadtzentrum ab. Am Abend teilte ein Sprecher dann mit, der Mann - ein aus dem Iran stammender Doktorand - habe wohl lediglich Strahlungsmessungen machen wollen.

Auf Bildern vom Einsatzort in der Nähe der größten Einkaufsstraße Brüssels war zu sehen, wie ein Mensch mit verschränkten Armen auf dem Boden einer Seitenstraße kniet und Polizisten ihre Waffen auf ihn richten. Am Nachmittag wurden Roboter zur Vernichtung von Sprengstoff auf einen möglichen Einsatz vorbereitet.

Student sprach weder Französisch noch Flämisch

Grund der Eskalation waren offenbar Sprachprobleme. Der Verdächtige ist Doktorand der Ingenieurwissenschaften an der Universität im westbelgischen Gent. Der junge Mann aus dem Iran spricht nach Angaben der Universität zwar fließend Englisch, aber keine der beiden belgischen Haupt-Landessprachen Französisch und Flämisch. Er trug zwar eine Bescheinigung seiner Untersuchungen bei sich, doch das Dokument trug offenbar nicht zu einer schnellen Entspannung der dramatischen Situation bei.

Da er sich während des Polizeieinsatzes „sehr passiv und sehr verdächtig“ verhielt, soll er nun zumindest einen Teil der Kosten übernehmen. Man habe ein entsprechendes Verfahren eingeleitet, teilte ein Polizeisprecher mit.

Am 22. März hatten Selbstmordattentäter mit den Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt 32 Menschen mit in den Tod gerissen. Seitdem vergeht kaum eine Woche ohne neue Großeinsätze der belgischen Polizei. Zum Nationalfeiertag an diesem Donnerstag hat die Polizei die Bevölkerung dazu aufgerufen, keine großen Taschen und Rucksäcke zu den Veranstaltungen mitzubringen.

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