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Terroranschläge von Paris

Griechische Polizei glich Pässe der Attentäter nicht ab

Berlin - Zwei Paris-Attentäter waren als Flüchtlinge auf Leros registriert worden - mit falschen Pässen. Doch das fiel der griechischen Polizei nicht auf. Dabei standen die Pass-Nummern in einem System.

Die griechische Polizei hätte nach Informationen des Spiegels mit einer einfachen Abfrage erkennen können, dass zwei der späteren Attentäter von Paris mit falschen Pässen nach Europa eingereist waren. Die beiden Männer waren am 3. Oktober als syrische Flüchtlinge auf der griechischen Insel Leros registriert worden; ihnen wurden auch Fingerabdrücke abgenommen.

Die deutsche Bundespolizei habe bereits vor einem Jahr die Nummern von 4000 syrischen Blanko-Reisepässen in das Schengener Informationssystem eingepflegt, die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erbeutet worden waren, schreibt das Magazin. Darunter seien 3800 Pässe aus der syrischen IS-Hochburg Rakka und etwa 200 aus dem irakischen Mossul gewesen. Zwei dieser Reisepässe seien von den beiden Islamisten, die sich später bei Paris vor dem Fußballstadium Stade de France in die Luft sprengten, zur Reise durch Europa benutzt worden.

Die Behörden von Leros hätten es versäumt, die Nummern der Pässe im Schengen-System abzufragen, schreibt der Spiegel. Bei einem weiteren mutmaßlichen IS-Kämpfer habe es eine Abfrage gegeben. Er sei wegen Passdeliktes festgenommen, aber später freigelassen worden und nach Österreich weitergereist, wo er erneut festgenommen worden sei.

Bei den Anschlägen vor dem Stade de France und in Paris waren insgesamt 130 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Bei zwei Selbstmordattentätern wurden die besagten Reisepässe gefunden. Die griechischen Behörden übermittelten nach den Anschlägen die Fingerabdrücke der beiden nach Frankreich und ermöglichten damit deren Identifizierung.

Vom Hauptverdächtigen Salah Abdeslam, der in Molenbeek wohnte, fehlt seit dem 13. November jede Spur. Er wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Auf der Flucht soll er durch drei Polizeikontrollen gekommen sein, als er in der Nacht der Anschläge von Freunden mit dem Auto in Paris eingesammelt und nach Brüssel gebracht worden war.

dpa

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