Belgien

Terrorverdacht: Vater beschämt über seinen Sohn

Brüssel - Nach dem Antiterroreinsatz in Belgien hat sich der Vater des Terrorverdächtigen Abdelhamid Abaaoud erschüttert über seinen Sohn gezeigt.

 "Abdelhamid hat Schande über unsere Familie gebracht", sagte Omar Abaaoud der belgischen Boulevardzeitung "La Dernière Heure" vom Dienstag. "Warum in Gottes Namen sollte er unschuldige Belgier töten wollen? Unsere Familie schuldet diesem Land alles", zitierte ihn das Blatt.

Der flüchtige Abdelhamid Abaaoud gilt nach belgischen Medienberichten als verdächtig, der Kopf hinter der mutmaßlichen Terrorzelle zu sein, welche die belgische Polizei am Donnerstag ausgehoben hatte. Bei dem Einsatz kamen zwei Verdächtige ums Leben. Die Gruppe wollte nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft in Belgien Anschläge auf die Polizei verüben. Abaaoud hat in Syrien auf der Seite der Islamisten gekämpft. Er ist insbesondere auf einem Propagandavideo zu sehen, in dem er ein Auto fährt, das verstümmelte Leichname hinter sich herzieht.

Sein Vater kann diese Entwicklung dem Interview zufolge nicht verstehen. "Wir hatten hier ein schönes Leben." Er habe Abdelhamid einen Laden gekauft und dieser sei ein guter Händler geworden. "Doch plötzlich ist er nach Syrien gegangen." Besonders erschüttert den Vater, dass Abdelhamid 2014 auch den erst 13 Jahre alten Bruder Younes nach Syrien gelockt habe. Er wolle Abdelhamid nie wiedersehen, sagte Omar Abaaoud zu "La Dernière Heure." Aber er hoffe, dass der jüngere Sohn zurückkehre. "Für Younes habe ich noch nicht alle Hoffnung aufgegeben."

Abdelhamid Abaaoud war in den vergangenen Tagen auch in Athen vermutet worden. Festnahmen im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz in Belgien führten aber nicht zu seiner Ergreifung. Einer der in Griechenland Festgenommenen, ein 33 Jahre alter Algerier, soll indes seiner Auslieferung nach Belgien zugestimmt haben, wie am Dienstag aus griechischen Justizkreisen verlautete.

afp

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