+
Markus Ganserer möchte künftig auch auf politischer Ebene als Frau auftreten.

„Ich habe keine weichen Knie“

Neuer Name: Grünen-Landtagsabgeordneter ist jetzt nur noch eine Frau

  • schließen

Der 41-jährige Politiker Markus Ganserer outete sich bereits 2018 als Transgender. Ab sofort wird es nur noch Tessa geben. Doch einige Schritte stehen noch bevor.

München - Bereits im November 2018 hatte sich der Grünen-Politiker Markus Ganserer als Transgender geoutet. Nun steht fest: In Zukunft wird es statt Markus nur noch Tessa Ganserer geben. Vergangenes Jahr erklärte der 41-jährige noch, er wolle abwechselnd als Mann und Frau leben. Doch die vielen Rückmeldungen, die laut Ganserers Auskunft „überwältigend [...] positiv“ waren, gaben dem Politiker Mut.

Tessa Ganserer auch in der Politik

 „Mir war schon im Sommer klar, dass ich eine Frau bin und so leben will“, sagte Ganserer der Bild. Doch er wollte zunächst die Landtagswahl abwarten. Nach dem überraschenden Wahlerfolg der Grünen und Ganserers Einzug in den Landtag ist er aber entschlossen, auch dort als Tessa aufzutreten: „Ich will das Leben als Mann nicht weiterführen, auch nicht in der Politik.“ 

Die erste Landtags-Sitzung ist am 22. Januar und Ganserer freut sich darauf. „Ich habe keine weiche Knie.“ Es wird wohl einige Zeit dauern, bis sich Parteikollegen und politische Rivalen an die Änderung gewöhnt haben. „Versehentlich der alte Vorname oder die Anrede ‚Herr‘, das kann passieren“, so Ganserer. Der 41-Jährige will seinen Kollegen die nötige Zeit geben.

Tessa Ganserer: Rechtlich wird es schwieriger

Auf juristischer Ebene stehen Tessa Ganserer noch ein paar Schritte bevor. Es müssen zwei Gutachten erstellt und eine Therapie für die sogenannte „Personenstandsänderung“ durchgeführt werden. Damit wird Tessa Ganserer auch rechtlich anerkannt. Das ist „jede Menge Bürokratie, ich muss alles selber zahlen und Transidentität wird wie eine Krankheit gesehen“, sagte Ganserer dazu. Sie kämpft gemeinsam mit ihrer Ehefrau für eine Reform des Transsexuellengesetzes (TSG).

Lesen Sie dazu auch: Bundesländer wollen Homo- und Transsexuellen-Rechte im Grundgesetz

chd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Protest gegen Macron: Streik in Frankreich geht weiter - Regierung hält an Plänen fest
Die Wut in Frankreich über Macrons Rentenpläne hält an: Für das Wochenende sind die Aussichten ebenfalls düster. Die Regierung will an den Plänen festhalten.
Protest gegen Macron: Streik in Frankreich geht weiter - Regierung hält an Plänen fest
Bundesparteitag: Kevin Kühnert zum neuen SPD-Vize gewählt - Heil mit schlechtestem Ergebnis
Mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans hat die SPD jetzt eine Parteispitze aus dem linken Flügel gewählt. Dazu steht Kevin Kühnert vor dem Posten des …
Bundesparteitag: Kevin Kühnert zum neuen SPD-Vize gewählt - Heil mit schlechtestem Ergebnis
UN-Klimagipfel: Greta Thunberg - „Wir können uns nicht leisten, länger zu warten“
Klimakonferenz in Madrid: Greta Thunberg demonstriert mit Tausenden und ruft zu mehr Tempo beim Klimaschutz auf. 
UN-Klimagipfel: Greta Thunberg - „Wir können uns nicht leisten, länger zu warten“
Greta Thunberg gibt großes Versprechen - Tausende Menschen ziehen durch Madrid
Die UN-Klimakonferenz in Madrid läuft - Star-Gast Greta Thunberg ist inzwischen in Madrid angekommen. Im spanischen Fernsehen macht sie ein großes Versprechen. 
Greta Thunberg gibt großes Versprechen - Tausende Menschen ziehen durch Madrid

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion