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Leben in Oberbayern ist hart

Das sind die teuersten Wohnorte für Rentner

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München - Rentner in Oberbayern haben im bundesweiten Vergleich am wenigsten von ihrer Rente: Nirgends sind die Lebenshaltungskosten höher als im Süden der Republik. Eine Analyse.

München ist in Deutschland der mit Abstand teuerste Wohnort für Rentner: Für Miete, Strom, Nahrungsmittel oder Kleidung müssen Rentner in der bayerischen Landeshauptstadt im Schnitt über 30 Prozent mehr bezahlen als Rentner im bundesweiten Durchschnitt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Bekommt ein Rentner tausend Euro im Monat, liegt die Kaufkraft dieser Rente in München bei gerade einmal 767 Euro (siehe interaktive Grafik).

Teuer ist es für Rentner nicht nur in München, in den meisten oberbayerischen Landkreisen müssen Rentner für ihr tägliches Leben mehr bezahlen als im Rest der Republik: Gleich sieben der bundesweit zehn teuersten Altersruhesitze befinden sich der Studie zufolge in Oberbayern. Hinter der Stadt München belegen die Landkreise München und Starnberg die Ränge Zwei und Drei.

Betrachtet man die 30 teuersten Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland, liegt noch immer fast die Hälfte davon in Oberbayern. Damit ist selbst in den Landkreisen Miesbach, Dachau, Ebersberg oder Fürstenfeldbruck die Kaufkraft der monatlichen Rente geringer als in Metropolen wie Hamburg, Stuttgart, Köln oder Düsseldorf. Am günstigsten leben Rentner der Studie zufolge im Landkreis Holzminden südlich von Hannover. Dort liegt das Preisniveau 13,7 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. Anders formuliert: Eine Rente von tausend Euro hat dort die Kaufkraft von 1159 Euro – das sind unterm Strich 392 Euro mehr als ein Münchner von seiner Rente statistisch hat.

„Das Preisgefälle zwischen den Regionen ist sehr groß“, sagte Prognos-Chefökonom Michael Böhmer. „Was man sich im Ruhestand leisten kann, hängt nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort.“ Am härtesten träfe es diejenigen Rentner, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkämen.

Für die Studie im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft hatte die Forschungsgesellschaft Prognos nicht nur die Lebenshaltungskosten in den 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten verglichen. Um verwertbare Aussagen zu treffen, hatte Prognos den allgemeinen Warenkorb des Statistischen Bundesamtes an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen angepasst, hieß es. Damit hätten beispielsweise Ausgaben für die Gesundheit ein höheres Gewicht erhalten. Dagegen hätten die Kosten für Verkehr in der Renten-Studie eine geringere Rolle gespielt, weil Senioren gewöhnlich nicht mehr zur Arbeit pendelten. Solche Preisänderungen wirken sich für Rentner geringer aus.

Im Internet hat die Versicherungswirtschaft die Zahlen für sämtliche deutschen Landkreise und kreisfreien Städte veröffentlicht (www.7jahrelaenger.de). Auf einer Karte lässt sich überprüfen, in welchen Landkreisen die Rente viel – und in welchen sie wenig wert ist.

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