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Mit Merz‘ Segen gegen „Linksdrift“: Projekt von Ex-CSU-Mann schlägt hohe Wellen - Bär dementiert Beteiligung

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Von: Florian Naumann

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CDU-Politiker Friedrich Merz auf der Bühne in Halle an der Saale zum Wahlkampfabschluss seiner Partei für die Bundestagswahl 2021
Sieht seine Partei in einer „extrem empfindlichen“ Phase: CDU-Politiker Friedrich Merz (Archivbild) © Karina Hessland/Imago

„The Republic“ heißt ein neues Projekt des Ex-CSU-Youtube-Mannes Armin Petschner-Multari. Von der „außerparlamentarischen Stimme von CDU und CSU“ distanzieren sich einige Politiker schnell.

Berlin/München - Hohe Wellen hat am Donnerstag ein Bericht über ein neues Projekt im Umfeld von CDU und CSU geschlagen: Eine neue Kampagnen-Organisation namens „The Republic“ soll nach eigenen Angaben „wirtschafts- und bürgerfeindlichem Klima die Stirn“ bieten. Zu den Unterstützern gehört unter anderem Friedrich Merz.

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär hingegen dementierte öffentlich einen Bericht des Tagesspiegel, demzufolge auch sie bei den Plänen mitmischt - auch das Blatt selbst nahm mittlerweile Abstand von dieser Darstellung. Geschäftsführer von „The Republic“ ist Armin Petschner-Multari, der früher für die CSU tätig war - er trat als Gesicht des parteieigenen Youtube-Kanals auf. Politiker seien nicht direkt involviert, hieß es.

„The Republic“: „Außerparlamentarische Stimme von CDU und CSU“? Newsletter-Auswahl verdeutlicht Ausrichtung

In einer Erklärung vom Donnerstag ist allerdings zugleich zu lesen, die Organisation „TheRepublic“ verstehe sich „auch als außerparlamentarische Stimme von CDU und CSU“. Man gebe „denen, die Deutschland am Laufen halten, eine starke Stimme“. Das Projekt erfährt nach eigenen Angaben breite Unterstützung aus der Union.

Auf der Startseite der neuen Webpage sparten die Macher des Angebots am Donnerstag nicht mit drastisch formulierten Überschriften: „Nach Zapfenstreich-Eklat: Verkommenheit hat ein tolerantes, diverses und wokes Gesicht“, hieß es etwa. Daneben fanden sich Kolumnen - aber auch eher neutrale formulierte Meldungen. Zugleich bietet die Webseite Newsletter an - in den drei sprechenden Kategorien „Gender“, „Radikale“ und „Rundfunk“.

Merz, Ploß, Bosbach: Unterstützer für neues Projekt - Bär dementiert Beteiligung

Bei einer Auftaktveranstaltung in Leipzig Ende August warb demnach der CDU-Politiker Friedrich Merz für das Projekt. Zu den Unterstützern gehöre auch der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß, die Mittelstandvereinigung der CDU, und Fraktionsvize Carsten Linnemann.

Merz erklärte laut „TheRepublic“, er habe die Entwicklung dieses Projekts mit Interesse verfolgt und wünsche den Initiatoren im Sinne der Meinungsvielfalt in Deutschland viel Erfolg. „Das bürgerliche Lager muss raus aus der Defensive“, betonte Ploß. „Dafür müssen wir teilweise neue Wege gehen.“ Daneben soll auch Caroline Bosbach, Tochter des zuletzt unter einigem Theater-Donner aus Wahlkampf-Tätigkeiten abgetretenen Ex-Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach, zum Führungsteam des Netzwerks gehören. Sie war am Donnerstag bereits mit einem Beitrag vertreten.

Bär distanzierte sich hingegen mit knappen Worten: „Ich gehöre nicht dazu“, twitterte sie am Donnerstag. In dem Kurznachrichtendienst trendete derweil der Hashtag „#TheRepublic“.

„The Republic“: Ex-CSU-Mitarbeiter will „bürgerliche Gegenöffentlichkeit“ schaffen - CDU-Abgeordneter winkt ab

In dem Gründungsaufruf heißt es: „Durch eigene Plattformen und Kanäle, den Aufbau eigener Influencer als Multiplikatoren sowie das Produzieren pointierter Inhalte und Kampagnen helfen wir dem bürgerlichen Lager aus der kommunikativen Defensive.“ Ziel von „TheRepublic“ sei der „Aufbau einer bürgerliche Gegenöffentlichkeit, um dem medialen Linksdrift etwas entgegenzusetzen“. Dafür sollten auch Kampagnen-Vorbilder aus den USA und Großbritannien berücksichtigt werden.

Am Donnerstag gab es allerdings auch schon Kritik aus der CDU. „Was sich ‚dem politischen Linksdrift‘ entgegenstellt, das sind CDU und CSU, aber keine kommerzielle Kampagnenagentur mit (ganz konservativ) englischem Namen“, twitterte der Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer. Entsetzt zeigte sich die Bundestags-Linke: „Wer sich fragt, wie nah die Union künftig an die AfD heranrücken möchte, muss nur The Republic im Blick behalten“, twitterte ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Jan Korte. (AFP/fn)

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