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Torsten Albig kann Seehofers ablehnende Haltung nicht nachvollziehen.

Streit um neue Stromtrassen

Netzausbau: Länderchefs erhöhen Druck auf Seehofer

München – Im Streit um den Bau neuer Stromtrassen wächst der Druck auf Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Im Streit um den Bau neuer Stromtrassen wächst der Druck auf Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Mehrere Regierungschefs anderer Bundesländer drängten Seehofer gestern, seine Ablehnung neuer Leitungen aufzugeben. „Wer hier Abwehrkämpfe führt, hat nicht verstanden, was auf dem Spiel steht“, sagte Torsten Albig (SPD), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, unserer Zeitung. Vom Strom aus norddeutschen Windmühlen profitiere auch Bayern. „Herr Seehofer sollte deshalb ein Interesse daran haben, die bayerische Industrie damit zu sichern.“

Sein niedersächsischer Amtskollege, Stephan Weil (SPD), nannte Seehofers Haltung „unzumutbar“ und forderte ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung und die Kanzlerin sehr klar sagen, wo es lang gehen soll.“ Durch Schleswig-Holstein und Niedersachsen soll die Trasse „Südlink“ führen, die vor allem Windstrom von der norddeutschen Küste bis ins unterfränkische Grafenrheinfeld bringen soll.

Auch aus Ostdeutschland kommt Kritik an Seehofer. „Wir brauchen den Netzausbau, und zwar dringend“, sagte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), unserer Zeitung. Wenn Bundesländer energieautark sein wollten, bedeute das neue Kosten für den Steuerzahler. „Wir entfernen uns so immer mehr von einer marktwirtschaftlichen Lösung.“ Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) sagte der „Welt“: „Seehofer macht Politik gegen Berlin auf Kosten Thüringens.“ In einem Brief an Merkel kündigte er „klaren Widerstand“ an. Vom Osten aus soll die Gleichstrompassage Süd-Ost nach Bayern führen und im schwäbischen Gundremmingen enden.

Eigentlich hat die CSU beiden Trassen im Bund mal zugestimmt. Nach heftigen Bürgerprotesten kündigte Seehofer die Zustimmung jedoch auf. Derzeit verhandelt er mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) über Bayerns energiepolitische Forderungen.

thu

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