+
Seit Jahren stiegen in Metropolen, Ballungsräumen und Uni-Städten die Mieten. Foto: Ralf Hirschberger

Trotz steigender Mieten

Thema Wohnen spielt im Wahlkampf kaum eine Rolle

Seit Jahren stiegen in Metropolen, Ballungsräumen und Uni-Städten die Mieten. Die Parteien sind sich einig, dass Wohnungen fehlen. Doch in der politischen Debatte spielt das Thema eine untergeordnete Rolle.

Berlin (dpa) - Für Mieter in deutschen Großstädten ist der Bundestagswahlkampf aus Sicht des Deutschen Mieterbunds bislang eine Enttäuschung. Steigende Mieten, Luxussanierungen, Wohnungsmangel: Eigentlich ergäbe das Thema Wohnen genug Munition für die Wahlkämpfer.

"Wo bleibt eigentlich die Auseinandersetzung der großen Parteien in wohnungs- und mietenpolitische Fragen?", sagte Geschäftsführer Ulrich Ropertz der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Jahren stiegen in Metropolen, Ballungsräumen und Uni-Städten die Mieten. Die Bundesregierung geht davon aus, dass 350.000 neue Wohnungen pro Jahr nötig sind, Wohnungswirtschaft und Mieterbund sprechen sogar von 400.000. Im vergangenen Jahr wurden rund 278 000 neue Wohnungen fertig - zuletzt sank die Zahl der Baugenehmigungen wieder.

"Alle Parteien sind sich einig, dass Wohnungen fehlen, auch dass wir mehr sozialen Wohnungsbau brauchen", sagte Ropertz. "Aber es gibt nur wenig Vorschläge, wie das erreicht werden soll." Besonders die bisherigen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hielten sich in ihren Programmen sehr allgemein, Grüne und Linke seien pointierter, etwa bei Instrumenten gegen Mieterhöhungen. "Die CDU hat sich relativ früh auf die Eigentumsförderung konzentriert und die SPD geht diese offene Flanke nicht an."

Der Mieterbund hat die Wahlprogramme von Union, SPD, Grünen, Linken und FDP für einen Miet-O-Mat untersucht. Wie beim Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung können Interessierte damit vergleichen, wie stark ihre Vorstellungen mit denen der Parteien übereinstimmen - von Wohnungsbau bis Mietzuschlägen.

Miet-O-Mat

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fotofahndung: 20 mutmaßliche G20-Gewalttäter ermittelt
Vor einem Monat hat die Hamburger Polizei mehr als 100 Fotos von mutmaßlichen G20-Gewalttätern im Internet veröffentlicht. Das Vorgehen zahlt sich für die Ermittler …
Fotofahndung: 20 mutmaßliche G20-Gewalttäter ermittelt
Votum des SPD-Parteitags wirkt weit über Deutschland hinaus
Von Italiens Regierungschef bis hin zur CDU-Spitze kommen Appelle in Richtung SPD, der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union zuzustimmen. Der …
Votum des SPD-Parteitags wirkt weit über Deutschland hinaus
Vom Abschiebe-Amt bis zum Wohnungsbau: So (un)konkret sind Söders Pläne 
Die Bandbreite reicht vom Abschiebe-Amt bis zum Wohnungsbau: Markus Söders Plan für Bayern umfasst insgesamt zehn Punkte. Hinter einigen davon stehen allerdings noch …
Vom Abschiebe-Amt bis zum Wohnungsbau: So (un)konkret sind Söders Pläne 
Die SPD vor dem Sonderparteitag: Das große Zittern
Nun entscheidet der SPD-Sonderparteitag, ob es Koalitionsverhandlungen mit der Union geben soll. Gerade in Oberbayern scheint es aber kaum GroKo-Fans zu geben.
Die SPD vor dem Sonderparteitag: Das große Zittern

Kommentare