+
"Wir haben einen Fehler gemacht: Wir hätten die SED angesichts dessen, was sie an Verbrechen zu verantworten hat, verbieten müssen", sagt Theo Waigel.

Nach dem Mauerfall

Theo Waigel: "Wir hätten die SED verbieten sollen"

München - Der frühere CSU-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Theo Waigel hat es als Fehler bezeichnet, die SED nach dem Mauerfall und der Deutschen Wiedervereinigung nicht verboten zu haben.

In einem Interview mit dem Münchner Merkur (Samstag-Ausgabe) aus Anlass des 9. November 1989 sagte Waigel, er empfinde "Wut" darüber, dass ausgerechnet zum Jubiläum 25 Jahre nach dem Mauerfall die Wahl des ersten Ministerpräsidenten der SED/PDS-Nachfolgepartei "Die Linke" in Thüringen anstehe. Waigel wörtlich: "Wir haben einen Fehler gemacht: Wir hätten die SED angesichts dessen, was sie an Verbrechen zu verantworten hat, verbieten müssen. Dann hätten auch Nachfolgeorganisationen verboten werden können, und dieser Spuk wäre gar nicht entstanden."

Zur Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck an der Nominierung des Linken Bodo Ramelos zum Regierungschef einer rot-rot-grünen Landesregierung sagte Waigel, Gauck habe "in sehr sanften Worten ausgedrückt, was man als normaler Beobachter empfindet." Und weiter: "Frühere Bundespräsidenten wie Theodor Heuss haben sich zu ähnlichen Vorgängen noch viel deutlicher geäußert."

Alexander Weber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Reaktionen: „Deutschland stürzt in schwere politische Krise“
Die internationale Presse sieht nach dem gescheiterten Versuch, eine Jamaika-Koalition zu bilden, schwere Zeiten auf Europa zukommen. Besonders dem Ansehen von Angela …
Reaktionen: „Deutschland stürzt in schwere politische Krise“
Trump setzt Nordkorea auf schwarze Liste für Terrorismus
Die Lage zwischen den Vereinigten Staaten und dem Regime von Kim Jong-un eskaliert weiter: US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea jetzt zum staatlichen Förderer von …
Trump setzt Nordkorea auf schwarze Liste für Terrorismus
Schwierige Präsidentschaftswahl in Chile
Der konservative Ex-Präsident Piñera gewinnt die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Chile, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Der Ausgang der Stichwahl gegen den …
Schwierige Präsidentschaftswahl in Chile
Merkel will es im Fall von Neuwahlen noch einmal wissen
Jamaika ausgeträumt, doch was kommt jetzt? Angela Merkel präferiert Neuwahlen gegenüber einer Minderheitsregierung und will sich dafür wieder zur Wahl stellen. …
Merkel will es im Fall von Neuwahlen noch einmal wissen

Kommentare