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"Wir haben einen Fehler gemacht: Wir hätten die SED angesichts dessen, was sie an Verbrechen zu verantworten hat, verbieten müssen", sagt Theo Waigel.

Nach dem Mauerfall

Theo Waigel: "Wir hätten die SED verbieten sollen"

München - Der frühere CSU-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Theo Waigel hat es als Fehler bezeichnet, die SED nach dem Mauerfall und der Deutschen Wiedervereinigung nicht verboten zu haben.

In einem Interview mit dem Münchner Merkur (Samstag-Ausgabe) aus Anlass des 9. November 1989 sagte Waigel, er empfinde "Wut" darüber, dass ausgerechnet zum Jubiläum 25 Jahre nach dem Mauerfall die Wahl des ersten Ministerpräsidenten der SED/PDS-Nachfolgepartei "Die Linke" in Thüringen anstehe. Waigel wörtlich: "Wir haben einen Fehler gemacht: Wir hätten die SED angesichts dessen, was sie an Verbrechen zu verantworten hat, verbieten müssen. Dann hätten auch Nachfolgeorganisationen verboten werden können, und dieser Spuk wäre gar nicht entstanden."

Zur Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck an der Nominierung des Linken Bodo Ramelos zum Regierungschef einer rot-rot-grünen Landesregierung sagte Waigel, Gauck habe "in sehr sanften Worten ausgedrückt, was man als normaler Beobachter empfindet." Und weiter: "Frühere Bundespräsidenten wie Theodor Heuss haben sich zu ähnlichen Vorgängen noch viel deutlicher geäußert."

Alexander Weber

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