+
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will noch in diesem Jahr die Weichen für ein Verbot so genannter Konversionstherapien gegen Homosexualität stellen.

Abschlussbericht ist da

Umstrittene Therapien für Homosexuelle: Spahns Experten drängen auf Haftstrafen

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. Eine von Gesundheitsminister Jens Spahn eingesetzte Kommission empfiehlt nun, die „Homo-Heilung“ zu verbieten.

München - Vier Monate arbeitete die Kommission, jetzt ist der Abschlussbericht da. Und das Urteil über die fragwürdigen Therapien mit denen Homosexuelle zur Heterosexualität gebracht werden sollen, ist eindeutig: „Der Abschlussbericht unserer Stiftung zeigt deutlich auf, dass es keinen Grund mehr gibt, sogenannte „Konversionstherapien“ in Deutschland noch länger zu dulden – diese Behandlungen gehören verboten“, heißt es von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Diese war von Gesundheitsminister Jens Spahn damit beauftragt worden, nach einer genauen Analyse die Weichen für ein Verbot von Konversionstherapien zu stellen. Die Magnus-Hirschfeld-Stiftung geht von rund 1000 Fällen jährlich in Deutschland aus. 

„Die Pathologisierung und Diskriminierung homosexueller Menschen muss geächtet werden“, empfiehlt die Kommission. Und weiter: „Auch die besondere Schutzwürdigkeit von trans- und intersexuellen Menschen muss vom Staat beachtet werden: Wir empfehlen ein Verbot aller Behandlungen, die auf eine Änderung der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität und der angeborenen Varianten der Geschlechtsentwicklung eines Menschen abzielen“.

Konversionstherapien: Haftstrafe - „aber nicht zu hoch“

Wer Konversionstherapien anbietet, soll mit einer Haftstrafe belegt werden können - diese sollte aber nicht „zu hoch“ angesetzt sein, heißt es in dem Papier. „Eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr und/oder Geldstrafe halten wir für angemessen“. Zudem soll eine hohe Geldbuße von mehreren Zehntausend Euro als Ordnungswidrigkeitstatbestand in Betracht gezogen werden.

Eine weitere Empfehlung der Kommission: Wer Konversionstherapien an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vermittelt, soll grundsätzlich bestraft werden. Bei Vereinen solle die Gemeinnützigkeit entzogen werden.

Lesen Sie auch: Die transsexuelle Politikerin Tessa Ganserer, die für die Grünen im bayerischen Landtag sitzt,spricht über ihre Ehe nach ihrem Coming-out – und kritisiert Horst Seehofer.

Und: Ryan Russell outet sich noch während seiner aktiven Karriere in der NFL als bisexuell. Er berichtet über die Hintergründe seiner Entscheidung.

mb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wer ist der Demokrat Joe Biden? Bei den US-Vorwahlen 2020 startet er dritten Versuch
Joe Biden will der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden - trotz seiner 76 Jahre kandidiert er zum dritten Mal bei den US-Vorwahlen der Demokraten. 
Wer ist der Demokrat Joe Biden? Bei den US-Vorwahlen 2020 startet er dritten Versuch
Karriere, Leben, Privates: Bernie Sanders will es bei den US-Vorwahlen 2020 nochmal wissen
US-Vorwahlen 2020: Er ist der älteste Bewerber um das Amt des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten - trotzdem wird er gefeiert wie ein Popstar. Das ist Bernie …
Karriere, Leben, Privates: Bernie Sanders will es bei den US-Vorwahlen 2020 nochmal wissen
Klimastreik am 20.9.2019: Das passiert am Freitag in Deutschland
Am  Freitag, 20.9.2019, findet der mittlerweile dritte globale Klimastreik von „Fridays for Future“ statt. Hier finden sie alle Informationen.
Klimastreik am 20.9.2019: Das passiert am Freitag in Deutschland
Doch nicht minderjährig? Viele Flüchtlinge geben falsches Alter an - „Es gibt einen Graubereich“
Laut einer Studie der Rechtsmedizin Münster geben viele junge Geflüchtete ein falsches Alter an. Warum tun sie das?
Doch nicht minderjährig? Viele Flüchtlinge geben falsches Alter an - „Es gibt einen Graubereich“

Kommentare