+
Premierministerin May will die Zahl der Einwanderer insgesamt senken und die Freizügigkeit für EU-Ausländer aufheben. Foto: Jack Hill/Pool The Times Newspapers Ltd

Großbritannien vor dem Brexit

Theresa May verschärft ihren Kurs gegen Einwanderer

In drei Wochen gehen die Briten wählen. Danach starten die Brexit-Verhandlungen. Theresa May hat in ihrem Wahlprogramm mit Blick auf das Dauerthema Einwanderer noch ein wenig nachgelegt.

Halifax (dpa) - Die britische Premierministerin Theresa May hat ihren Kurs gegenüber Einwanderern etwas verschärft. Das geht aus dem Wahlprogramm der Konservativen hervor, das May am Donnerstag in der englischen Stadt Halifax vorstellte. Am 8. Juni werden die Briten vorzeitig ein neues Parlament wählen.

Unternehmen werden dem Wahlprogramm zufolge für die Beschäftigung von Fachkräften, die nicht aus der EU kommen, verstärkt zur Kasse gebeten. Nicht-EU-Ausländer sollen auch mehr für Leistungen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) zahlen.

Erst seit April wird in Großbritannien die "Immigration Skills Charge" erhoben. Die Abgabe gilt nur für die Einwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten und beträgt pro Jahr 1000 Pfund (etwa 1166 Euro). Dieser Betrag soll sich verdoppeln. Die Einnahmen sollen zur Qualifizierung britischer Arbeitskräfte genutzt werden.

May bekräftigte, die Zahl der Einwanderer insgesamt deutlich zu senken und die Freizügigkeit für EU-Ausländer aufzuheben. Insgesamt soll der Zuwanderungsüberschuss auf unter 100.000 Ausländer pro Jahr gesenkt werden. Damit ist die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung gemeint. Zuletzt waren es 273.000 Menschen.

"Eine zu schnelle und zu hohe Einwanderung erschwert den Aufbau einer Gesellschaft, die zusammenhält", sagte May. In Großbritannien leben 3,2 Millionen EU-Ausländer, die meisten sind Polen.

Die nächsten fünf Jahre werden für Großbritannien die größte Herausforderung der vergangenen sechs Jahrzehnte sein, wie May betonte. Ihrem Labour-Konkurrenten Jeremy Corbyn warf sie vor, in seinem Haushaltsplan klaffe eine Lücke von 58 Milliarden Pfund.

Mit der Neuwahl will sich May mehr Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen mit Brüssel verschaffen. Die Konservativen liegen in Prognosen weit vor der oppositionellen Labour-Partei.

Theresa May bei Facebook

Wahlprogramm

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Morddrohung gegen Kölner Oberbürgermeisterin Reker
Sie war in den vergangenen Jahren bereits zum Ziel von Attentätern geworden. Nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat Henriette Reker jetzt …
Morddrohung gegen Kölner Oberbürgermeisterin Reker
Einstand mit Knalleffekt: Trumps UN-Nominierte warnt vor Klimawandel
Donald Trump ist erklärter Klimaskeptiker. Ausgerechnet die von ihm als UN-Botschafterin nominierte Kelly Craft fällt ihm nun in dieser Frage in den Rücken.
Einstand mit Knalleffekt: Trumps UN-Nominierte warnt vor Klimawandel
Ivanka Trump: Mit diesem Foto sorgt sie für Empörung
Der Besuch der Trumps in London wirkt nach: Ein Foto, das Ivanka Trump auf Instagram postete, sorgt für Aufregung.  
Ivanka Trump: Mit diesem Foto sorgt sie für Empörung
Fall Lübcke: Merz warnt vor „fataler Verrohung“ - und kritisiert Merkel
Zum Mord an CDU-Politiker Walter Lübcke tauchen neue Beweise auf. Innenminister Seehofer warnt vor einer „neuen Qualität“ rechtsextremer Gewalt.
Fall Lübcke: Merz warnt vor „fataler Verrohung“ - und kritisiert Merkel

Kommentare