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Peer Steinbrück

Nach Steinbrücks Proll-Geste

Stinkefinger: Thierse sieht "inszenierte Empörung"

Berlin - Nach der "Stinkefinger"-Geste von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bei einem Fotoshooting gehen die Meinungen darüber weiter auseinander. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse kritisierte die entbrannte Debatte als hysterisch. 

Lesen Sie auch: Steinbrücks Stinkefinger: "Klartext" ohne Worte

Auf der Titelseite des am Freitag erschienenen Magazins der "Süddeutschen Zeitung" ist Steinbrück mit ausgestrecktem Mittelfinger zu sehen. Das Foto entstand im Rahmen einer Serie, in der allein mit Gesten und Mimik auf Fragen geantwortet wird. Steinbrück war in Anspielung auf den holprigen Start seines Wahlkampfs gefragt worden: "Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?" Daraufhin zeigte er den sogenannten Stinkefinger.

Die berühmtesten Mittelfinger-Skandale

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Mit dieser Geste habe der Sozialdemokrat keineswegs eine Grenze überschritten, sagte sein Parteifreund Thierse. Schließlich sei er aufgefordert worden, satirisch zugespitzt mit einer Grimasse zu antworten, und habe niemanden persönlich attackiert, sondern vielmehr eine heftige Abwehrgeste gezeigt. Thierse sagte, er halte die "vollständige inhaltliche Nacktheit der CDU-Wahlplakate für erheblich obszöner, weil sie die Intelligenz der Wähler beleidigt".

Peer Steinbrück: Von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen

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Spreng hingegen verwies darauf, dass Steinbrück für das Amt des Bundeskanzlers kandidiere "und nicht als Vorsitzender eines Rockerklubs". Der Wahlkampfmanager von Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber im Jahr 2002 wies vor allem auf eine aus seiner Sicht fatale Bildsprache hin. "Fotos wirken mehr als tausend Worte", sagte Spreng. "Das Foto wirkt allein, und allein wirkt es anstößig."

afp

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