+
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann.

AfD betreibt "üble Demagogie"

Oppermann warnt vor politischen Brandstiftern

München - SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat die Äußerungen des AfD-Politikers Alexander Gauland zum Terroranschlag in Paris scharf kritisiert.

„Was Herr Gauland da macht, ist eine ganz üble Demagogie“, sagte er am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) hatte die Attacke auf das Magazin „Charlie Hebdo“ als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida interpretiert.

Oppermann sagte, Gauland vermische die Einwanderung friedlicher Muslime mit den Taten von Killern, die mit dem Islam nichts zu tun hätten - das sei demagogisch. „Und das führt dazu, dass er Menschen aufhetzt, dass er diese Gesellschaft spaltet und dass er im Grunde genommen den Terroristen in Paris genau auf den Leim geht“, sagte Oppermann. Bei dem Anschlag auf das religionskritische Magazin waren am Mittwoch zwölf Menschen getötet und elf verletzt worden.

Das Bündnis „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ rief für den kommenden Montag zu einer weiteren Demonstration in Dresden auf. Die Teilnehmer sollen mit Trauerflor für die Terroropfer von Paris erscheinen.

De Maizière: "Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun"

Innenminister De Maizière warnte unterdessen vor einer Verurteilung der islamischen Religion in Deutschland. „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag. Attentate wie das von Paris richteten sich gegen die gesamte Gesellschaft und ihre Werteordnung. Gerade die Menschen, die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland kämen, seien dem Terror entflohen und dürften nun nicht ihrerseits in Verdacht geraten, nur weil sie Muslime seien.

Die Dresdner Pegida-Bewegung hatte den Anschlag von Paris am Mittwoch als Bestätigung für ihre These vor einer angeblich drohenden Islamisierung Europas gewertet. De Maizière sagte mit Blick auf die umstrittene Bewegung: „Wir lassen uns nicht von Pegida unsere politische Agenda aufzwingen.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zusammenstöße von Migranten und Grenzschützern in Mexiko
Ciudad Hidalgo (dpa) - An der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko ist es erneut zu Zusammenstößen von Sicherheitskräften und Migranten aus Mittelamerika gekommen, die …
Zusammenstöße von Migranten und Grenzschützern in Mexiko
Nach Trump-Rede: Greta Thunberg kündigt „Kampf“ an - und nimmt auch linke Parteien ins Visier
Erstmals seit September werden Klimaaktivistin Greta Thunberg und US-Präsident Donald Trump wieder aufeinander treffen. Am Dienstag spricht die Aktivistin in Davos.
Nach Trump-Rede: Greta Thunberg kündigt „Kampf“ an - und nimmt auch linke Parteien ins Visier
Davos: Greta Thunberg und Donald Trump kommen - das ist der Gastgeber des Elite-Treffens
Das Weltwirtschaftsforum in Davos findet heuer bereits zum 50. Mal statt - und die Teilnehmerliste ist hochkarätig. Ins Leben gerufen hat die internationale Konferenz …
Davos: Greta Thunberg und Donald Trump kommen - das ist der Gastgeber des Elite-Treffens
Donald Trump plötzlich Mauer-Feind? US-Präsident erteilt Bürgern verrückten Rat
Eigentlich gilt er als Freund von Mauerbau-Projekten - den Bürgern seines Ex-Wohnorts New York hat Donald Trump nun aber einen mehr als patzigen Ratschlag erteilt.
Donald Trump plötzlich Mauer-Feind? US-Präsident erteilt Bürgern verrückten Rat

Kommentare