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Nach Landtagswahl in Thüringen - Thomas L. Kemmerich

Überraschung in Thüringen

Thomas Kemmerich (FDP): Frau, Kinder, Karriere des Thüringer Kurzzeit-Ministerpräsidenten

Thomas Kemmerich (FDP) wurde im Februar neuer Thüringer Ministerpräsident. Völlig überraschend - und wohl nur für kurze Zeit.

  • Thomas Kemmerich (FDP) wurde am 05. Februar 2020 überraschend zum Ministerpräsidenten in Thüringen gewählt.
  • Bodo Ramelow war im dritten Wahlgang gescheitert.
  • Der 54-jährige Kemmerich ist seit 2015 Landesvorsitzender der FDP in Thüringen.

Erfurt - Thomas Kemmerich hatten wenige auf dem Schirm, als es um die Wahl des neuen Ministerpräsidenten in Thüringen ging - er hatte seinen Hut erst zum dritten Wahlgang in den Ring geworfen. Weil er mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, wurde seine Wahl viel diskutiert - sie gilt als Tabubruch. Bereits einen Monat nach dem schicksalträchtigen Tag

Als FDP-Mann ist Kemmerich den Thüringern bekannt: Er saß bereits von 2009 bis 2014 im Landtag, von 2014 bis 2019 im Bundestag. Zur FDP gekommen war Kemmerich über die FDP-nahe Vereinigung Liberaler Mittelstand, deren Bundesvorsitzender er seit 2011 ist. 

Thomas Kemmerich (FDP): Sein kurioser Weg zum Ministerpräsidenten Thüringens

Am 5. Februar 2020 traten drei Kandidaten um das Amt des Ministerpräsidenten im Thüringer Landtag an - Bodo Ramelow (Linke), Christoph Kindervater (AfD) und - erst später - Thomas Kemmerich (FDP).  Nachdem klar war, dass der Amtsinhaber Bodo Ramelow mit seinem angestrebten Bündnis aus Linke, SPD und Grünen* nur auf 42 von 90 Sitzen kommen würde, stellte auch die AfD einen eigenen Kandidaten auf. Kemmerich hatte angekündigt, sich im vierten Wahlgang* auch zur Wahl stellen zu wollen, sollte noch kein Ergebnis erzielt worden sein. Dieses von allen Experten als unwahrscheinlich eingestufte Wahl-Szenario wurde dann Realität.

Doch nicht nur die Wahl zum Ministerpräsidenten lief kurios ab: Schon der Einzug der FDP in den Thüringer Landtag war eine Zitterpartie gewesen: Mit landesweit nur 73 Stimmen über der Fünfprozent-Hürde fehlte nicht fiel, dass der spätere Ministerpräsident Thomas Kemmerich überhaupt nicht im Landtag gewesen wäre. 

Deutlich klarer war eine andere Wahl ausgefallen, der sich Kemmerich im Jahr 2012 gestellt hatte: Damals kandidierte er für die FDP als Oberbürgermeister von Erfurt. Mit einem Endergebnis von 2,6% erhielt Kemmerich damals die wenigsten Stimmen aller sieben angetretenen Kandidaten. 

Zu seiner Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag mit drastischen Worten. Und sie stellt eine deutliche Forderung*.

Thomas Kemmerich (FDP): Frau, Familie, Kinder

Kemmerich wurde in Aachen geboren und studierte Rechtswissenschaften in Bonn. Nach der politischen Wende kam er 1989 nach Erfurt und arbeitete dort als selbstständiger Unternehmensberater. Später zog er mehrere Friseurläden hoch und arbeitete als Vorstandsvorsitzender der Friseur Masson AG. 

Seit 26 Jahren ist Kemmerich mit seiner Frau Ute verheiratet, das Paar hat sechs gemeinsame Kinder. Die beiden sahen sich 1993 zum ersten Mal in München, wo Ute Kemmerich bei einer Bank das Konto von Thomas Kemmerich bearbeitete. Sie erzählte dem mdr von der ersten Begegnung: „Die Aura hat mich umgehauen. Aber er hat mich nicht mal gesehen.“ Zwei Jahre später sollten sie sich wieder sehen - Thomas Kemmerich war da erfolgreicher Manager in Ute Kemmerichs Heimatstadt Erfurt. Und obwohl ihre Freunde sie vor „arroganten Westlern“ gewarnt haben sollen, waren die beiden ein halbes Jahr später verheiratet. 1997 kam ihr Sohn zur Welt - fünf weitere Kinder folgten. 

*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

kat

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