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Andreas Bausewein (von links nach rechts) für die SPD, Susanne Hennig-Wellsow für die Linken und Dieter Lauinger haben sich am Donnerstag zu ersten Sondierungsgespräch getroffen.

Thüringen: Rot-rot-grün führt erste Gespräche

Erfurt - Die Regierungsbildung in Thüringen ist schwierig und könnte Zeit kosten. Den Auftakt bildet ein Gespräch der Linken mit SPD und Grünen. Ein Omen?

Vier Tage nach der Landtagswahl in Thüringen haben Linke, SPD und Grüne erste Sondierungsgespräche aufgenommen. Die Landesvorsitzenden der Linken und der Grünen, Susanne Hennig-Wellsow und Dieter Lauinger, zeigten sich am Donnerstagabend nach dem Treffen in Erfurt zuversichtlich, „einen Regierungswechsel zu erreichen“. Die SPD mit ihrem Verhandlungsführer Andreas Bausewein äußerte sich nicht zu den Chancen von Rot-Rot-Grün. Am Montag will sich die SPD mit ihrem bisherigen Koalitionspartner CDU treffen.

Der designierte SPD-Landesvorsitzende, der Erfurter Oberbürgermeister Bausewein, kündigte weitere Treffen mit Linken und Grünen an. Die nächsten seien am kommenden Dienstag und Donnerstag vorgesehen. Weitere könnten folgen. In der nächsten Woche gehe es auch um inhaltliche Fragen wie den Umgang der Linken mit der DDR-Vergangenheit sowie um Innen- und Strukturpolitik.

In Thüringen ist nach dem knappen Wahlausgang sowohl die Fortsetzung von Schwarz-Rot als auch Rot-Rot-Grün mit dem ersten Ministerpräsidenten der Linken möglich. Beide Konstellationen haben jedoch nur eine Stimme Mehrheit im Landtag. Angesichts der knappen Mehrheiten müsse in den Sondierungen eine stabile Basis für Koalitionsverhandlungen gelegt werden, sagte Grünen-Chef Lauinger. Der Spitzenmann der Linken, Bodo Ramelow, sagte vor dem Treffen: „Wir führen die Sondierungen so lange wie nötig.“

Die SPD, der trotz herber Verluste als drittstärkste Partei die Rolle als Königsmacher zukommt, will nach Abschluss der Sondierungen eine Mitgliederbefragung starten. Die Parteibasis soll - anders als bei der SPD-Mitgliederbefragung nach der Bundestagswahl - nicht über einen fertigen Koalitionsvertrag, sondern über den Koalitionspartner entscheiden.

Die CDU, die seit der Wiedervereinigung in Thüringen die Ministerpräsidenten stellt, wurde bei der Landtagswahl mit 33,5 Prozent und einem leichten Plus stärkste Partei. Die Linke kam auf 28,2 Prozent - das beste Ergebnis seit 1990. Die SPD erlebte ein Debakel mit dem Verlust von rund sechs Prozentpunkten und erreichte nur 12,4 Prozent. Die Grünen erhielten 5,7 Prozent der Stimmen.

dpa

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Kommentare

iss soAntwort
(2)(0)

dann zähl mal nach!!!Ohne die AfD,,,haben DIE Parteien nur eine oder zwei Stimmen mehr,da wird die AfD.nicht eingerechnet!In beiden Parlamenten,,,,,Und darum...ist die AfD,,,,,,,,,der FAKTOR X!

KenDarkAntwort
(0)(0)

bis jetzt hab ich ausser deiner Abneigung von mehr sozialer Politik noch nichts gesehen

Muenchen7Antwort
(1)(0)

wie viele brauchst du noch?