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Opfer einer Farbattacke: Der thüringische FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich fand einen Slogan an der Fassade seines Wohnhauses vor.

Lindner spricht von „Straftat“

Thüringen-Wahl: Haus von FDP-Spitzenkandidat mit Slogan gegen AfD besprüht

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  • Christoph Gschoßmann
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In Thüringen geht der Wahlkampf in den Endspurt. Bodo Ramelow und Mike Mohring liefern sich einen Schlagabtausch. Das Wohnhaus des FDP-Kandidaten wird mit einem Slogan besprüht.

  • Thüringen wählt am 27. Oktober einen neuen Landtag, insgesamt 18 Parteien ließen sich zur Wahl aufstellen.
  • Aktuell wird das Bundesland von einer rot-rot-grünen Regierung unter Bodo Ramelow von den Linken regiert.
  • Umfrageergebnisse zeigen, dass eine etablierte Koalitionsbildung schwierig werden könnte - während die AfD stark gewinnt, fährt die CDU harsche Verluste ein. 

Update vom 16. Oktober 2019, 17.35 Uhr: Das Haus, in dem der thüringische FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich wohnt, ist von Unbekannten mit einem politischen Slogan beschmiert worden. In roter Farbe steht neben der Eingangstür: „Wir bleiben frei! Wer die AfD unterstützt, der ist unser Feind!“ Dazu wurde ein großes A in einem Kreis - ein bekanntes anarchistisches Symbol auf die Hausfassade gesprüht. Hintergrund der Aktion ist wohl eine Aussage von Kemmerich, der beim TV-Duell am Montagabend wie AfD-Landeschef Björn Höcke eine „konsequente Abschiebepraxis“ gefordert hatte.

Via Twitter verbreitete Kemmerich ein Foto der Hauswand samt Slogan und kommentierte: „Ich denke wir sind uns alle einig, dass das keine Form der politischen Auseinandersetzung ist. Ich bin jederzeit gesprächsbereit und hoffe, dass der Wahlkampf nun mehr mit Mitteln der Demokratie und unter Regeln des Anstands fortgeführt wird, nicht mit Vandalismus.“ Auch FDP-Chef Christian Lindner meldete sich auf diesem Weg zu Wort und schrieb: „Wie aufgeheizt muss die politische Lage in unserem Land sein, dass unser Spitzenkandidat Kemmerich nun solche Schmierereien an seinem Zuhause vorfindet? Dieses Handeln ist kein demokratischer Protest, sondern eine Straftat. Wir werben weiter für Vernunft bei Klima und Migration.

Update vom 15. Oktober 2019, 13.16 Uhr: Im Anschluss an das Fernsehduell der Spitzenkandiaten Bodo Ramelow (Linke) und Mike Mohring (CDU) in Thüringen standen sich im MDR noch die Spitzenkandidaten von SPD, AfD, Grünen und FDP gegenüber. Auf die Frage nach möglichen Koalitionen nach der Wahl bekräftigte Ramelow, er kämpfe für die Fortsetzung seiner rot-rot-grünen Regierung. Die Spitzenkandidaten von SPD und Grünen, Wolfgang Tiefensee und Anja Siegesmund, äußerten sich ebenso. Siegesmund überraschte außerdem mit der Forderung, in den Schulen das Sitzenbleiben abzuschaffen. "Es geht doch vor allem darum, Schüler zu ermutigen", sagte sie. FDP-Sitzenkandidat Thomas Kemmerich schüttelte daraufhin mit dem Kopf.

Die CDU will die Koalition ablösen, auch die FDP. Eine Koalition mit AfD und Linken schloss der liberale Spitzenkandidat Thomas Kemmerich ebenso aus wie Mohring.

Der AfD-Landeschef und Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke nannte als Ziel seiner Partei, Rot-Rot-Grün zu beenden. "Gegen die AfD darf keine Politik mehr möglich sein", sagte Höcke. Auf die Frage nach der ersten Amtshandlung nach einer theoretischen Regierungsübernahme nannte Höcke eine "Abschiebeinitiative 2020".

TV-Duell vor Thüringen-Wahl: Ramelow und Mohring streiten über Migration und Lehrermangel

Update vom 14. Oktober 2019, 22.30 Uhr: Im TV-Duell vor der Thüringen-Wahl stritten Ministerpräsident Bodo Ramelow und sein Herausforderer Mike Möhring speziell über die Migration sowie den Lehrermangel. Für Letzteren gaben sich beide Kandidaten gegenseitig die Schuld.

Update vom 14. Oktober 2019, 16.33 Uhr: Am Montagabend stehen sich Thüringens amtierender Ministerpräsident Bodo Ramelow und der CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring im TV-Duell gegenüber. Es sollte eine hitzige Debatte werden, denn: Schon vorab gab es jetzt einen Schlagabtausch zwischen dem Politiker der Linken und dem CDU-Mann. 

Die Vorgeschichte: Ein für Freitag angesetztes TV-Duell hatte Ramelow abgesagt. Als Grund gab er eine Rede im Bundesrat an. Die CDU warf ihm vor, er würde kneifen. Mohring twitterte zu einem Video-Statement dann folgende Worte: „Herr Ramelow hat das ntv-Duell zur Landtagswahl platzen lassen. Er will die Nationalhymne abschaffen. Darüber hätten wir gern gesprochen. Einigkeit und Recht und Freiheit - sind aktueller denn je, gerade in einem Land, das um seinen inneren Zusammenhalt ringt.“

Das wollte Ramelow nun seinerseits offenbar nicht auf sich sitzen lassen und konnte auch nicht bis Montagabend warten, um zu antworten: „Werter Mike Mohring, könnten Sie bitte aufhören Unwahrheit zu verbreiten? Wann habe ich ausgeführt die Nationalhymne abzuschaffen? Belege bitte oder einfach unterlassen. Über Unwahrheiten müssen wir nicht reden, nicht mal im TV.“

Der Stein des Anstoßes bei Ramelow könnte dabei Mohrings Formulierung sein: Der spricht davon, dass Ramelow die Nationalhymne abschaffen wollte. Dies könnte man so verstehen, dass es an sich keine Hymne geben sollte. Tatsächlich hatte sich Ramelow dahingehend geäußert, dass die aktuelle Hymne bei ihm Erinnerungen an die NS-Zeit auslöse. Zudem sagte er: „Viele Ostdeutsche singen die Hymne nicht mit, und ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten.“

Thüringen-Wahl: Zu weit rechts, aber trotzdem normal? Umfrage zu AfD überrascht 

Update vom 8. Oktober 2019: Trotz der erwarteten hohen Stimmenanteile für die AfD bei der Landtagswahl in Thüringen wird die Partei von einem Großteil der Wähler kritisch eingeschätzt. In einer am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Studie des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) gaben mit 72 Prozent fast drei Viertel der Befragten an, die AfD stehe aus ihrer Sicht zu weit rechts. Mit 51 Prozent ist gut die Hälfte der Auffassung, dass die AfD keine "normale demokratische Partei" sei.

Eine Regierungsbeteiligung der AfD wird von den Befragten mehrheitlich abgelehnt, wobei 55 Prozent aus Sicht des IDZ "eine besorgniserregend knappe Mehrheit" ist. Nicht ganz ein Drittel von 30 Prozent der Befragten befürworten eine Regierungsbeteiligung und 15 Prozent sind zumindest teilweise dafür, der Partei Mitverantwortung zu übertragen.

Die Studienautoren sprechen von einer "fortgeschrittenen Normalisierung" der AfD. Mehr als zwei Drittel der potenziellen AfD-Wähler stehen demnach politisch hinter dem rechtsradikalen Thüringer Landesverband und ihrem Parteichef Björn Höcke. Mit 52 Prozent verortet etwa jeder zweite der potenziellen AfD-Wähler sich selbst in der politischen Mitte, weitere 44 Prozent sehen sich rechts davon, vier Prozent links. Der Anteil der selbst erklärten Rechten ist in dieser Wählergruppe damit stark erhöht.

Die potenziellen AfD-Wähler unterscheiden sich in ihren Einstellungen demnach zum Teil markant von der Mehrheit der Wahlberechtigten. Viele seien autoritärer und blickten pessimistischer in die Zukunft. Neben der klaren Abgrenzung von der AfD in Fragen der Migrations- und Asylpolitik sollten die anderen Parteien verstärkt auf soziale Themen setzen, um bisher noch Unentschlossene zu mobilisieren.

Für die IDZ-Studie im Auftrag der Amadeu-Antonio-Stiftung wurden zwischen dem 2. und 12. September rund 500 Wahlberechtigte durch das Institut Yougov auch zu ihren Wahlabsichten befragt. Die Linkspartei würde danach mit 20 Prozent die meisten Stimmen bekommen, gefolgt von der AfD mit 19 Prozent. Die CDU käme nur auf elf Prozent, die Grünen würden zehn Prozent und die SPD sechs Prozent erhalten. Diese Umfragewerte weichen allerdings zum Teil deutlich von anderen Erhebungen ab. Währenddessen gibt der bayerischen Innenminister Joachim Hermann der AfD eine Teilschuld an den Anschlägen in Halle.

Vor Thüringen-Wahl: Polizisten beim AfD-„Flügel“ drohen Konsequenzen

Update vom 8. Oktober 2019: Nach Ansicht von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) müssen Polizisten, die sich zum rechtsnationalen „Flügel“ der AfD bekennen, mit Konsequenzen rechnen. „Alle Beamten - nicht nur Polizisten -, die sich offen zum „Flügel“ bekennen, müssen damit rechnen, dass disziplinarische Maßnahmen folgen“, sagte Maier der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei immer eine Einzelfallprüfung, doch allein das offene Bekenntnis zu dieser Gruppierung sei ein Anhaltspunkt für eine solche Prüfung.

Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD in Thüringen.

Der Thüringer AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke gilt als Gründer und wichtiger Wortführer des rechtsnationale „Flügels“. Die Gruppierung wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „Verdachtsfall“ im Bereich des Rechtsextremismus eingestuft. Auf der Landesliste der Thüringer AfD für die Landtagswahl am 27. Oktober stehen nach Partei-Angaben fünf Polizisten.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg schlug vor, dass Beamte oder Soldaten mit einer Nähe zum „Flügel“ vom Landesverfassungsschutz im Auge behalten werden. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. „Jeder Beamte und Polizist muss auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen“, sagte Sensburg der dpa. Bei Beamten, die Höckes „Flügel“ unterstützten, müsse man „genau hinschauen“, sagte Sensburg. Dies sei die Aufgabe des Verfassungsschutzes. Je nach Ergebnis müssten dann Konsequenzen folgen - „im Extremfall die Entfernung aus dem Dienst“, sagte Sensburg.

Vor Thüringen-Wahl: „DDR kein Unrechtsstaat“ - Manuela Schwesig verblüfft mit Aussage

Update vom 7. Oktober 2019:Die DDR war eine Diktatur, aber kein „Unrechtsstaat“ - diese Ansicht vertritt Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Laut „Bild“ sprach sie sich dagegen aus, diesen Begriff für den SED-Staat zu nutzen. 

„Die DDR war eine Diktatur. Es fehlte alles, was eine Demokratie ausmacht: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Demonstrationsfreiheit, freie Wahlen, das Recht auf Opposition“, wird Schwesig zitiert. Der Begriff „Unrechtsstaat“ werde von vielen Menschen, die in der DDR gelebt hätten, als herabsetzend empfunden, so Schwesig weiter. „Er wirkt so, als sei das ganze Leben Unrecht gewesen. Wir brauchen aber mehr Respekt vor ostdeutschen Lebensleistungen. Das ist wichtig auch für das Zusammenwachsen von Ost und West“, sagte die SPD-Politikerin.

Diese Überzeugung teilt die SPD-Politikerin mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der den Begriff „Unrechtsstaat“ ebenfalls strikt ablehnt. Ramelow steht Ende Oktober vor der Wiederwahl.

Thüringen-Wahl: Gewerkschafts-Chef kritisiert Polizisten auf AfD-Liste

19.52 Uhr: Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, hat Polizisten kritisiert, die für die Thüringer AfD bei der Landtagswahl kandidieren. Er habe die Polizisten, die auf der Landesliste der AfD stehen, aufgefordert, sich vom AfD-Landeschef Björn Höcke und seinem rechtsnationalen „Flügel“ zu distanzieren, sagte Malchow der Welt

„Das haben sie nicht getan. Wie sie das mit ihrem Eid vereinbaren wollen, weiß ich nicht.“ Es stelle sich die Frage, wie diese Kollegen unter „staatsrechtlichen Gesichtspunkten ihre Arbeit ordentlich machen wollen, denn in der thüringischen AfD sind nun mal faschistische Tendenzen deutlich erkennbar“, sagte der Gewerkschaftschef.

Der „Flügel“ der AfD war Anfang des Jahres vom Bundesamt für Verfassungsschutz zum Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus erklärt. Höcke gilt als Gründer und einer der Wortführer des „Flügels“. Ein Gericht hatte unlängst geurteilt, es sei im Bereich des Erlaubten, Höcke als Faschisten zu bezeichnen.

Video: Höcke bricht TV-Interview im ZDF ab

Update vom 6. Oktober 2019, 19.37 Uhr: Mitten im Landtagswahlkampf hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow offen eine eigene Schwäche thematisiert: Er empfahl Legasthenikern einen offenen Umgang mit ihrer Lernschwäche. 

"Ich will, dass die Leute sehen: Man kann Legastheniker sein und Ministerpräsident werden", sagte Ramelow, selbst Legastheniker, der Bild am Sonntag. "Ich rate allen mit einer Lernbehinderung, sich diese einzugestehen."

Ohne Hilfe von Fachleuten werde es schwierig, Fortschritte zu machen. "Und dann muss man dazu stehen. Deshalb rede ich auch offen darüber", sagte Ramelow. "Eltern von Legasthenikern empfehle ich, sich professionelle Hilfe zu besorgen."

Landtagswahl in Thüringen: CDU-General schließt Kooperation mit Ramelows Linke aus

14.56 Uhr: Die Thüringer CDU bleibt bei ihrem „Nein“ zu einer möglichen Kooperation mit der Linken nach der Landtagswahl. „Die Linke will das Land umbauen, sie will ein sozialistisches Land. Das ist nicht das, was wir wollen“, sagte der Thüringer CDU-Generalsekretär Raymond Walk am Freitag. Zuvor hatte sich Ex-Bundespräsident Joachim Gauck dafür ausgesprochen, dass die CDU auch mit der Linken spricht.

„Ich muss doch imstande sein, einen Hardcore-Kommunisten, der Mitglied in der Linken ist, zu unterscheiden von einem Ministerpräsidenten, der aus der gewerkschaftlichen Tradition stammt und der doch gezeigt hat, dass er mit einem linken Profil dieser Gesellschaft nicht schadet“, hatte Gauck RTL/n-tv gesagt und damit Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) gemeint.

Walk entgegnete, es komme auch darauf an, wer hinter Ramelow stehe und wer nach ihm komme. „Wir grenzen uns klar nach links und nach rechts ab“, sagte Walk. Man wolle kein anderes Land, sondern ein besseres Land, betonte er. Die Thüringer CDU wolle weiter dafür kämpfen, erneut stärkste Kraft im Land zu werden.

Wahlkampf skurril in Thüringen: Dackel-Streit zwischen den Favoriten - Ramelow kontert Mohring

Update vom 4. Oktober 2019, 9.21 Uhr: Noch 23 Tage bis zur Landtagswahl in Thüringen - rund um den Tag der Deutschen Einheit haben die beiden Hauptanwärter auf den Posten des Ministerpräsidenten, Bodo Ramelow (Linke) und Mike Mohring den Tonfall schon mal massiv verschärft. Vorgelegt hatte Mohring auf großer Bühne - dem „Deutschlandfest“ der CDU im thüringischen Mödlareuth. Im Zentrum des eher abseitigen Streits: Ein Hund und die Nationalhymne.

Bodo Ramelow musste sich am Tag der Deutschen Einheit Vorwürfe von Kontrahent Mike Mohring anhören - der Konter folgte schnell.

„Wenn er die Hymne nicht mehr singen will, dann muss er auch nicht mehr Ministerpräsident sein, sondern kann mit seinem Dackel um den Stausee laufen“, schoss Mohring in Anwesenheit von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in Richtung Ramelow. Der hatte sich im Mai für eine „gemeinsame deutsche Nationalhymne“ ausgesprochen - sogar Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte damals. Viele Ostdeutsche sängen nicht mit - sinnvoll sei ein neuer Text, mit dem sich alle identifizieren könnten, argumentierte Ramelow seinerzeit.

An Mohrings markigem Vorwurf konnte der Linke-Ministerpräsident nun aber so gar nichts Richtiges finden. „Werter Mike Mohring, wir haben keinen Dackel und ich singe die Nationalhymne“, konterte Ramelow am Freitagmorgen kühl auf Twitter. Bei seinem Hund handle es sich um einen Jack-Russell-Terrier - und der Vorstoß zur Nationalhymne sei vom letzten Ministerpräsidenten der DDR gekommen - vom CDU-Politiker Lothar de Maizière. 

Mohring war Freitagfrüh zwar schon auf Twitter aktiv, wie einige Retweets zeigten. Eine Antwort für Ramelow hatte er zunächst aber nicht parat.

In Mödlareuth war am Donnerstag auch die AfD mit einem Großtreffen vertreten. Spitzenkandidat Björn Höcke fällte ein böses Urteil über den Zustand der Bundesrepublik.

Landtagswahl in Thüringen: Hayali knöpft sich AfD-Politiker wegen Geschmacklos-Post vor

Update vom 3. Oktober 2019: Ein AfD-Politiker hat einen geschmacklosen Witz zum Thema Klimawandel geteilt und sich damit den Zorn von Dunja Hayali zugezogen. Zu einem Foto, auf dem ein Gefangener per Elektrischem Stuhl hingerichtet werden soll und ein Mann in einem Anzug sagt: „Wir haben jetzt zu 100 Prozent auf Ökostrom umgestellt, man kann also eigentlich von einem NATÜRLICHEN Tod sprechen.“, schreibt Stephan Brandner: „Heute in vier Wochen sieht Thüringen (politisch) ganz anders aus... und unser Deutschland auch! Besser!“ Der gebürtige Westfale saß von 2014 bis 2017 im Thüringer Landtag und rückte bei der jüngsten Bundestagswahl nach Berlin auf. Dort leitet er als Vorsitzender des Rechtsausschuss des Bundestages.

ZDF-Reporterin Hayali kommentierte dazu bei Twitter: „Wenn Erwachsene meinen, sie seien witzig.“ Sie würde sich gerade angesichts von Brandners Positionen in Berlin „fundierte, sachliche Kritik wünschen“.

Landtagswahl in Thüringen: AfD stößt CDU wohl vom zweiten Platz - wird die Linke stärkste Kraft?

Erstmeldung vom 30. September

Erfurt - Das Wahljahr in Deutschland geht mit der Landtagswahl in Thüringen zu Ende. Nachdem im Spätsommer bereits die Bürger von Brandenburg und Sachsen an die Wahlurne gebeten wurden, folgt am 27. Oktober 2019 Thüringen. Aktuell wird das Bundesland von einem rot-rot-grünen Bündnis unter Bodo Ramelow (Die Linke) regiert. Die Frage, die nun viele beschäftigt: Welche Koalition wird nach Erstarken der AfD noch möglich sein?

Insgesamt kämpfen 18 Parteien zur Landtagswahl um den Einzug in das Parlament des Bundeslandes, wobei durch die 5-Prozent-Sperrklausel nicht alle vertreten sein werden. Aktuell teilen sich CDU, Linke, SPD, AfD und Grüne die Sitze im Parlament auf, fraglich ist, ob die FDP in der kommenden Wahl den Wiedereinzug in den Landtag schafft. 

Aktuelle Umfrageergebnisse: Steht Thüringen nach der Landtagswahl ein Beben bevor?

Eines steht aber fest: Die „Alternative für Deutschland“ wird in dem ostdeutschen Bundesland einen großen Sprung machen, während die CDU unter Mike Mohring mit den größten Verlusten rechnen muss. Im Vergleich zur Wahl im Jahr 2014 soll die AfD deutlich über 10 Prozentpunkte zulegen, während die Christdemokraten einen ähnlichen Wert verlieren können. Damit könnte die Partei unter Björn Höcke die CDU überholen und nach der Linken zur zweitstärksten Partei werden. SPD und Grüne erreichen nach aktuellem Stand nicht mal 10 Prozent. 

Die Wahl dürfte in jedem Fall spannend werden. Denn die aktuellen Umfragen bestätigen, dass es nur mit Glück möglich sein wird, ein etabliertes Regierungsbündnis zu erreichen. Lediglich eine Koalition aus den Linken mit der CDU könnte noch eine Mehrheit erreichen - doch die Zusammenarbeit erscheint unrealistisch. Rot-rot-grün wäre nach aktuellen Umfragen nur als Minderheitsregierung möglich. 

Mit der FDP könnte rot-rot-grün unter Umständen eine Mehrheitskoalition bilden, wenn es den Liberalen überhaupt gelingt, die 5-Prozent-Klausel zu bezwingen. Ob so eine Koalitionsbildung aber im Erfolg endet, ist fraglich. Eindeutig positioniert haben sich die Parteien dahingegen zur AfD - keine der anderen Kräfte möchte mit der Partei unter Björn Höcke regieren.

AfD in Thüringen: Partei bei knapp einem Viertel der Wähler Favorit - trotz Kritik

Die Thüringer AfD steht dabei immer wieder in der Kritik - auch bei Parteikollegen aus anderen Teilen Deutschlands. Besonders kritisch wird dabei die rechtsradikale Strömung „Der Flügel“ gesehen, den Spitzenkandidat Björn Höcke im Jahr 2015 gegründet hat. Das Bundesamt für Verfassungsschutz in Thüringen erklärte die Partei vor über einem Jahr zum Prüffall.

Der jungen Partei gelang es in der vorhergehenden Landtagswahl die 20-Prozent-Marke zu knacken, nach aktuellen Umfragen entscheiden sich fast ein Viertel der Wähler für die AfD.

Doch trotz aller Umfragen ist weiterhin noch einiges offen. Nicht nur gehen die Parteien mit ihrem Spitzenkandidaten nun in die heiße Phase des Wahlkampfes, darüber hinaus entscheiden sich traditionellerweise viele Wähler erst kurz vor oder gar am Wahltag für eine Partei.

Landtagswahl in Thüringen 2019: Alles Wichtige zum Wahltag

Am 27. Oktober sind die Wahllokale in Thüringen zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Seine Stimme abgeben kann jeder, der am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens drei Monaten einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Thüringen hat. Wer per Briefwahl wählen möchte, sollte das Kuvert spätestens am Mittwoch vor der Wahl abschicken, da die Unterlagen bis zur Schließung der Wahllokale eingehen müssen.

Wenn Sie sich noch unsicher sind, welcher Liste Sie Ihre Stimme geben möchten, können Sie den kostenfreien Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Thüringen nutzen. Dieser kann Ihnen bei der Wahlentscheidung helfen. Auch die Wahlprogramme der Thüringer Parteien sollten bei der Wahlentscheidung beachtet werden. Alle weiteren Informationen und Eckdaten zur Thüringen-Wahl 2019 haben wir für Sie zusammengefasst.

Der AfD-Spitzenkandidat für die Thüringen-Wahl, Björn Höcke, fällt bei einer Veranstaltung am Tag der Deutschen Einheit ein vernichtendes Urteil über die Bundesrepublik.

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