Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis
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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

AfD wählt FDP-Ministerpräsidenten

Wahl-Hammer in Thüringen: Landesregierung in Björn Höckes Fängen - Ein Kommentar

  • Georg Anastasiadis
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CDU und Liberale in Thüringen haben sich mit der überraschenden Wahl eines FDP-Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD in die Bredouille manövriert. Ein Kommentar.

  • Der Wahl-Hammer in Thüringen hat bundesweit für Entsetzen und Empörung gesorgt. 
  • Die Wahl hat Deutschlands erste Landesregierung von Gnaden der AfD - genauer: von Ganden Höckes. 
  • Das findet Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis in seinem Kommentar: 

Der Osten Deutschlands wird wieder zum politischen Experimentierlabor. Aber ganz anders als gedacht: Die berühmten „Thüringer Verhältnisse“ haben keine rot-rot-grüne Minderheitsregierung geboren – sondern, mit lautem Knall, Deutschlands erste Landesregierung von Gnaden der AfD. Genauer: von Gnaden Höckes.

Wahl-Hammer in Thüringen: Landesregierung in Björn Höckes Fängen - Ein Kommentar

Man muss dem gestürzten Ministerpräsidenten der Linken, dem Mann, der die DDR partout keinen Unrechtsstaat nennen wollte, gewiss keine Träne nachweinen. Doch jetzt haben die Thüringer mit AfD-Landeschef Bernd Höcke ein noch mal ganz anderes Kaliber am Hals, einen Mann, dessen „Flügel“ vom Verfassungsschutz beobachtet wird. CDU und FDP haben mit ihm – abgesprochen oder nicht – einen faustischen Pakt geschlossen, um die Linken von der Macht zu vertreiben. Doch die Sieger sind nicht sie. Sondern Höcke. Er durchbricht mit dem Erfurter Coup und der Wahl eines FDP-Ministerpräsidenten die Quarantäne, unter die – aus guten Gründen – alle anderen Parteien bisher die besonders rechts auftretende Thüringer AfD gestellt haben.

Auf den neuen Thüringer Verhältnissen liegt kein Segen. Die sauberste Lösung wäre, die Bürger noch mal zu fragen, ob es das ist, was sie wollten. Doch Neuwahlen muss das neue informelle Mitte-Rechts-Bündnis in Erfurt fürchten, hat es mit dem beliebten Ex-Landesvater Bodo Ramelow doch einen Märtyrer geschaffen, mit dem Linke, SPD und Grüne bald auch bundesweit um die Häuser ziehen werden. Ob die klapprige und windschiefe Berliner Groko das Thüringer Erdbeben überlebt, ist alles andere als sicher.

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