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Ukraine-Krieg: Reporterteam findet zerstörte russische Panzer nahe Fluss Siverkij Donez

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Von: Kim Hornickel, Tobias Utz, Lukas Zigo, Daniel Dillmann, Nail Akkoyun, Andreas Apetz

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Die militärische Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich zu: der News-Ticker am Dienstag, 17. Mai.

+++ 20.20 Uhr: Ein CNN-Team fand am Dienstag (17. Mai 2022) die Überreste russischer Panzerfahrzeuge nahe der östlichen Stadt Bilohorivka. Dort hatte das russische Militär eine der größten Niederlagen des Krieges erlitten. Ukrainischen Angaben zufolge wurden in der vergangenen Woche „mindestens 73 Ausrüstungseinheiten“ zerstört, darunter T-72-Panzer und eine Reihe von Schützenpanzern, als eine russische Brigade versuchte, den Fluss Siverkij Donez zu überqueren.

Das Gelände sei übersät mit zerstörten russischen Panzern, die von ihren Türmen getrennt waren. „Sie hatten drei mögliche Orte zum Überqueren“, erklärte ein ranghoher Offizier, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte. „Sie versuchten es an dem ersten, sie scheiterten, sie wurden dort zerschmettert. Beim zweiten Ort genau dasselbe, sie wurden zerschmettert.“

Ein zerstörter russischer Panzer nahe Kiew.
Ein zerstörter russischer Panzer nahe Kiew. © IMAGO/Mykhaylo Palinchak

„Nun, und bei dem letzten, den sie (CNN-Team) gesehen haben, wo sie die meiste Ausrüstung verloren hatten, haben sie es viermal versucht.“ Doch jedes Mal, so der Offizier, sei das Ergebnis dasselbe gewesen. Er sagte, die Ukrainer hätten die russische Pontonbrücke mit Artilleriefeuer zerstört und die Panzerkolonne mit Bodentruppen zurückgedrängt.

Ukraine-Krieg: Raketeneinschläge in Bachmut – Opferzahlen noch ungewiss

+++ 18.15 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge ist die Stadt Bachmut in der Region Donezk am Dienstag von russischen Raketen getroffen worden. Die Einschläge habe den Angaben der Regionalpolizei Donezk nach ein fünfstöckiges Gebäude zerstört. Wie CNN berichtet, sei dabei eine Person getötet und ein 9-jähriges Kind schwer verletzt worden.

Ein ukrainischer Soldat inspiziert eine Stelle nach einem Luftangriff russischer Streitkräfte bei Bachmut. (Archivfoto)
Ein ukrainischer Soldat inspiziert eine Stelle nach einem Luftangriff russischer Streitkräfte bei Bachmut. (Archivfoto) © Evgeniy Maloletka/dpa/AP

„Die genaue Zahl der Opfer wird noch geklärt“, teilte die Polizei mit. Bachmut gilt als wichtiger Knotenpunkt für das ukrainische Militär, da in dem örtlichen Krankenhaus verwundete Soldaten behandelt werden. Es liegt etwa 20 Kilometer von der Front um Popasna entfernt.

„Die Russen stellen den massiven Beschuss entlang der gesamten Frontlinie von Wuhledar bis Bachmut nicht ein“, sagte Pawlo Kyrylenko, Leiter der Militärverwaltung der Region Donezk. Bei den Angriffen am Dienstagmorgen seien auch eine Schule in Bachmut und mehrere Infrastruktureinrichtungen beschädigt worden, fügte er hinzu.

Ukraine-Krieg: Weitere Buskolonne verlässt Stahlwerk Asowstal

+++ 16.30 Uhr: Russischen Staatsmedien zufolge hat eine weitere Buskolonne das belagerte Stahlwerk Asowstal verlassen. Die Busse „mit angeblich aufgegebenen Kämpfern aus dem Asowstal-Werk, begleitet von gepanzerten Fahrzeugen, bewegten sich zum Ausgang von Mariupol“, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Novosti – und fügte hinzu, dass vor der Abfahrt der Buskolonne mehrere Stunden lang keine Schüsse auf das Asowstal-Werk abgefeuert worden seien. Am Dienstag erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, dass sich 265 Kämpfer, darunter 51 Schwerverletzte, bei Asowstal ergeben hätten und am Montagabend evakuiert worden seien.

+++ 15.45 Uhr: Bei einem russischen Angriff nördlich von Kiew sind nach ukrainischen Angaben mindestens acht Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden. Wie ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, traf der Beschuss den Ort Desna, rund 60 Kilometer nördlich der ukrainischen Hauptstadt. In Desna befindet sich ein Ausbildungszentrum der ukrainischen Streitkräfte.

Russland hatte in der Nacht zum Dienstag in der ganzen Ukraine seinen Beschuss fortgesetzt. In den frühen Morgenstunden waren vielerorts Sirenen zu hören. Ein Sprecher der Militärverwaltung in der westukrainischen Stadt Lwiw erklärte gegenüber AFP, an der Grenze zu Polen sei militärische Infrastruktur getroffen worden. Auch aus Odessa und Mykolajiw im Süden des Landes meldete die ukrainische Armee Beschuss.

Ukraine-Krieg: Putin wirft Westen „Krieg“ vor – 3000 Zivilisten wohl in russischer Strafkolonie

+++ 15.00 Uhr: Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Kiyv Independent sollen Russlands Streitkräfte im Gebiet Donezk mehr als 3000 Einwohner von Mariupol in einem „Filtrationsgefängnis“ festhalten. Nach den Angaben halten die russischen Truppen sie in einer ehemaligen Strafkolonie im Dorf Olenivka im Gebiet Donezk fest. Unter ihnen sollen sich etwa 30 Freiwillige befinden, die versuchten, humanitäre Hilfe in das belagerte Mariupol zu bringen. Zivilisten werden mit Elektroschocks gefoltert, bevor sie in die Kolonie gebracht werden, heißt es in dem Bericht. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 14.30 Uhr: Bei einem russischen Luftangriff auf die Stadt Tschernihiw sollen mindestens acht Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden sein, berichtet das Nachrichtenportal Kiyv Independent. Der Gouverneur des Oblast Tschernihiw, Wjatscheslaw Chaus, hatte zuvor berichtet, dass der russische Luftangriff das Dorf Desna getroffen habe, in dem sich ein militärisches Ausbildungszentrum befindet.

+++ 13.50 Uhr: Die Bemühungen zur Rettung der letzten in Mariupol verbliebenen ukrainischen Soldaten gehen Angaben aus Kiew zufolge weiter. „Wir arbeiten an weiteren Etappen der humanitären Operation“, schrieb die ukrainische Vize-Regierungschefin, Iryna Wereschtschuk, am Dienstag im Nachrichtendienst Telegram. Die 52 Schwerverletzten, die am Montag aus dem Stahlwerk Azovstal herausgebracht wurden, würden bald gegen russische Kriegsgefangene ausgetauscht, sagte sie. Von russischer Seite gab es dafür weiter keine Bestätigung. 

Ukraine-Krieg: „Nazi-Verbrecher unterliegen keinem Austausch“

+++ 13.40 Uhr: Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, hat sich nach der Gefangennahme ukrainischer Kämpfer in der Hafenstadt Mariupol gegen einen generellen Gefangenenaustausch ausgesprochen. „Nazi-Verbrecher unterliegen keinem Austausch. Das sind Kriegsverbrecher, und wir müssen alles dafür tun, sie vor Gericht zu bringen“, sagte der Duma-Chef am Dienstag bei einer Plenarsitzung. Die Ukraine wiederum hofft auf einen Austausch der mehr als 260 eigenen Soldaten, die das seit Wochen belagerte Stahlwerk Azovstal zuvor verlassen hatten. 

Ukraine-Krieg: Putin wirft Westen „Krieg“ vor – Russland erleidet schwere Verluste

+++ 12.40 Uhr: Der Gouverneur des Gebiets Lemberg berichtet, dass russische Raketenangriffe Schäden an der Eisenbahninfrastruktur verursacht haben. Maksym Kozytsky sagte, dass die russischen Streitkräfte über Nacht eine Eisenbahninfrastrukturanlage im Distrikt Yavoriv getroffen hätten, aber bisher gebe es keine Berichte über Verletzungen oder Todesfälle.

+++ 12.40 Uhr: Russlands Militär hat über zahlreiche Raketenangriffe auf verschiedene Landesteile der Ukraine berichtet. In der westukrainischen Region Lwiw seien mit Raketen des Typs Kalibr ukrainische Reservisten sowie ausländische Militärtechnik attackiert worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag. Im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw seien unter anderem militärische Ausbildungszentren angegriffen worden. 

Ukraine-Krieg: Putin wirft Westen „Krieg“ vor – Russland erleidet schwere Verluste

+++ 11.50 Uhr: Die aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol evakuierten ukrainischen Soldaten haben sich laut Angaben Moskaus „ergeben“ und befinden sich nun in russischer Gefangenschaft. 265 Kämpfer hätten binnen 24 Stunden ihre Waffen niedergelegt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. 51 von ihnen seien mit schweren Verletzungen zur Behandlung nach Nowoasowsk gebracht worden.

+++ 11.45 Uhr: Der Kreml hat dem Westen vorgeworfen, gegen Russland einen Krieg zu führen. „Es sind Feindstaaten. Weil das, was sie tun, Krieg ist“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag mit Bezug auf Präsident Putin. Der hatte zuvor schon mit Blick auf die westlichen Sanktionen von einem wirtschaftlichen „Blitzkrieg“ gesprochen. Der eigene Angriffskrieg auf die Ukraine, der inzwischen fast drei Monate andauert, wird von der russischen Führung nur „militärische Spezialoperation“ genannt. 

Ukraine-Krieg: Russland erleidet schwere Verluste im Donbass – Neue Offensive gestartet

+++ 11.10 Uhr: Wie das britische Verteidigungsministerium vermeldet, sind 3500 Gebäude im Oblast Tschernihiw zerstört oder beschädigt worden während des aktuell aufgegebenen Vormarsches Russlands. Dem Geheimdienst zufolge wolle Russland wahrscheinlich seine Abhängigkeit von „wahllosem Artilleriebeschuss aufgrund einer begrenzten Fähigkeit zur Zielerfassung“ erhöhen.

+++ 11.00 Uhr: Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet, haben russische Raketen den Oblast Tschernihiw getroffen. Es wurden Tote und Verletzte gemeldet. Der zuständige Gouverneur sagte demnach, dass die russische Armee Russen einen Raketenangriff auf das Dorf Desna gestartet hätte. Während sich die russischen Truppen aus der Nordukraine zurückgezogen haben, erinnerte erdaran, dass „der Krieg die Region nicht verlassen hat“. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 09.45 Uhr: Der ukrainische Generalstab teilt mit, dass die russische Armee Verluste in schweren Kämpfen bei Siewerodonezk erleidet. Es habe einen Rückzug an mehreren Fronten gegeben. Am Dienstag setzten russische Truppen ihre Offensive in der östlichen Donbass-Region fort, wobei sich ihre Hauptbemühungen laut ukrainischem Militär auf die Oblaste Luhansk und Donezk konzentrieren. Diese Daten konnten nicht unabhängig bestätigt werden.

Ukraine-Krieg: Russisches Tanklager zerstört

+++ 08.50 Uhr: Die ukrainische Armee hat laut eigenen Angaben ein russisches Tanklager in der Nähe von Chornobaivka, Region Cherson, zerstört. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent. Das ukrainische Operationskommando „Süd“ sagte am 16. Mai, dass die ukrainischen Streitkräfte auch russische Flugabwehr-Raketensysteme, Panzer, militärische Ausrüstung und 29 Soldaten in dem Gebiet besiegt hätten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Gebäude bei Kursk unter Feuer genommen

+++ 07.45 Uhr: In der westrussischen Region Kursk an der Grenze zur Ukraine sind nach Behördenangaben mehrere Gebäude unter Feuer genommen und beschädigt worden. „Heute, um fünf Uhr morgens, wurde das Grenzdorf Alexejewka im Kreis Gluschkowo mit schweren Waffen beschossen“, teilte Gouverneur Roman Starowoit am Dienstag mit. Demnach wurden drei Wohnhäuser, eine Schule und ein Fahrzeug beschädigt. Verletzte habe es nicht gegeben.  Ukraine-Krieg: Erneute Luftangriffe bei Lwiw – Weitere Soldaten aus Asowstal-Werk evakuiert. 

Ukraine-Krieg: Erneute Luftangriffe bei Lwiw – Weitere Soldaten aus Asowstal-Werk evakuiert

Erstmeldung vom Dienstag, 17. Mai, 06.45 Uhr: Das Gebiet um die Großstadt Lwiw in der Westukraine wurde erneut Ziel eines russischen Luftangriffs. Die Attacke habe einer Militäreinrichtung im Bezirk Jaworiw an der Grenze zu Polen gegolten, schrieb der lokale Militärchef Maxim Kosizkij bei Telegram. Bürgermeister Andrij Sadowij betonte, es gebe keine Informationen über Raketeneinschläge in der Stadt und bedankte sich bei der Luftabwehr.

In den umkämpften ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk sind nach Behördenangaben mindestens 19 Zivilisten getötet worden. „Infolge des Beschusses von Sjewjerodonezk gab es mindestens zehn Tote“, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, im Nachrichtendienst Telegram mit. Es sei aufgrund der Angriffe jedoch äußerst schwer, die Örtlichkeit zu überprüfen. Im benachbarten Donezker Gebiet wurden nach Angaben des örtlichen Militärgouverneurs Pawlo Kyrylenko weitere neun Zivilisten getötet. Sechs weitere Menschen wurden verletzt.

Derweil haben rund 260 ukrainische Soldaten das Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Darunter waren 53 Schwerverletzte, wie der ukrainische Generalstab in der Nacht zum Dienstag (17. Mai) mitteilte. 211 der aus dem Stahlwerk Azovstal evakuierten ukrainischen Soldaten wurden in eine von russischen Truppen besetzte Ortschaft gebracht. Sie sollten später in einem Gefangenenaustausch freikommen, hieß es. An der Evakuierung weiterer Kämpfer aus dem Werk werde noch gearbeitet. Auf dem Gelände sollen sich noch mehrere Hundert Soldaten aufhalten. (aa/dil/tu/kh/lz/nak mit dpa/AFP)

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