Eindeutigere Regelung

Sex mit Tieren soll klar verboten werden

Berlin - Das Verbot sexueller Handlungen mit Tieren soll rechtlich klarer verankert werden. Dies wird in Abstimmung mit den Ländern in die geplante Reform des Tierschutzgesetzes aufgenommen.

Dies sagte ein Sprecher des Bundesagrarministeriums am Montag in Berlin.

Damit wurde ein Bericht der „Tageszeitung“ („taz“/Montag) bestätigt. Es ändere sich nichts am Status quo, aber der rechtlichen Handhabe, erläuterte der Sprecher. Der FDP-Tierschutzexperte Hans- Michael Goldmann sagte: „Mit dem expliziten Verbot wird die Ahndung erleichtert und der Schutz der Tiere erhöht.“ Die Reform soll wohl an diesem Mittwoch im Bundestags-Agrarausschuss beschlossen werden.

„Es darf nicht sein, dass jemand einem Tier Schmerzen und Leiden, die zu Verhaltensstörungen führen können, zufügen kann, ohne dass er dafür belangt wird“, sagte Goldmann, der auch Ausschussvorsitzender ist. Hier gehe es nicht um ein Strafgesetz. „Deshalb verbieten wir aus Tierschutzgesichtspunkten, ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen und es Dritten zu diesen Zwecken zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.“

Tierschützer fordern seit langem, Tiere vor vermeidbaren Schäden zu bewahren. Bisher sei Sex mit Tieren verboten, wenn er zu erheblichen Verletzungen des Tieres führt, berichtet die „taz“. Rechtlich seien Tiere in dieser Hinsicht ungeschützt, denn die Strafbarkeit sexueller Kontakte zwischen Mensch und Tier sei 1969 durch eine Strafrechtsreform aufgehoben worden. Laut Zeitung sind nun Bußgelder bis zu 25 000 Euro geplant.

Die Tierschutzreform sieht daneben unter anderem vor, dass Bauern die Kastration von Ferkeln ab Ende 2018 mit einer Art örtlicher Betäubung vornehmen sollen, wenn sich alternative Methoden bis dahin nicht durchgesetzt haben. Dies soll vermeiden, dass das Fleisch von Jungebern einen strengen Geruch und Beigeschmack bekommt. Ein Verbot umstrittener Brandzeichen bei Pferden soll entgegen den Plänen von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) nicht kommen.

dpa

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