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Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat zum Abschluss des Prozesses gegen sie ihre Unschuld beteuert.

Timoschenko-Prozess: Emotionales Schlusswort

Kiew - Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat zum Abschluss des Prozesses gegen sie ihre Unschuld beteuert.

In einem emotionalen Schlusswort wies sie die Anklage wegen Machtmissbrauchs zurück. Sie sei in allen Punkten unschuldig, erklärte sie am Donnerstag mit tränenerstickter Stimme bei dem Prozess in Kiew. Präsident Viktor Janukowitsch warf sie vor, er habe sie “lynchen“ lassen, um einen politischen Gegner loszuwerden.

Bei ihrer Ansprache stand die 50-jährige Timoschenko auf, wendete sich dem Publikum im Gerichtssaal zu, darunter Unterstützer, Journalisten und ausländischen Diplomaten, und kehrte dem Vorsitzenden Richter Rodijon Kirejew den Rücken. In einem eleganten Zweiteiler gekleidet mit ihrer typischen Zopffrisur sagte sie, es habe keinen Zweck, in die Richtung des Richters zu sprechen, da Präsident Janukowitsch ihr Urteil bereits besiegelt habe.

“Der Präsident der Ukraine betrachtet mich als gefährliche Oppositionelle? Richtig so“, sagte Timoschenko. Sie werde ihr Leben dem Streben nach Freiheit für die Ukraine widmen. Ihre lange Ansprache wurde von Beifall unterbrochen, und Kirejew rief den Saal mehrmals zur Ordnung.

Die Staatsanwaltschaft warf Timoschenko vor, bei einem Vertrag über russische Gaslieferungen 2009 gegen den Rechtsweg verstoßen zu haben. Timoschenko erklärte, damit sei ein erbitterter Preisstreit beendet worden, bei dem Moskau den Gashahn auch für seine Kunden in Westeuropa zeitweise abdrehte, um Druck auszuüben. Zu dem Zeitpunkt habe sie rechtens, logisch und effektiv gehandelt, sagte Timoschenko.

Die EU und USA haben den Prozess gegen Timoschenko als politisch motiviert kritisiert.

dapd

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