Nach Entlassung aus der Haft

Tochter von Gaddafis Geheimdienstchef entführt

Tripolis - Eine Tochter des ehemaligen libyschen Geheimdienstchefs, Abdullah al-Senussi, ist nach ihrer Freilassung aus der Haft entführt worden.

Justizminister Salah al-Marghani teilte in der Nacht zum Dienstag mit, Al-Anud al-Senussi habe die Haftanstalt in der Hauptstadt Tripolis am Montagnachmittag in einem Konvoi verlassen, der wenige Meter von der Haftanstalt von einer Gruppe schwer bewaffneter Männer überfallen worden sei. Die Angreifer seien mit der Frau verschwunden. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden. Der Minister sagte, die Entführung sei ein „Verbrechen“, das den Zielen der Revolution von 2011 widerspreche.

Al-Senussi steht wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi angeordneten Gräueltaten während des Bürgerkrieges von 2011 vor Gericht. Seine Tochter war wegen Grenzübertritts mit einem gefälschten Pass zu zehn Monaten Haft verurteilt worden. Es war geplant gewesen, sie nach ihrer Haftentlassung zum Flughafen zu bringen, wo Angehörige auf sie warteten. Die Regierung von Ministerpräsident Ali Seidan tut sich schwer mit der Durchsetzung von Recht und Ordnung, da sich einige Milizen, die während der Revolution entstanden waren, ihrer Entwaffnung widersetzen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Yücel geißelt Türkei als Willkürstaat
Die Freilassung von Deniz Yücel hat in Deutschland Erleichterung ausgelöst. Doch der stets argwöhnische Journalist zeigt, wie steinig der Weg zu einem normalisierten …
Yücel geißelt Türkei als Willkürstaat
Münchner Siko 2018: Thomas de Maizière fordert mehr Prävention im Kampf gegen Extremismus
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz sagte Thomas de Maizière am Samstag, "allein über Repression" sei "die Schlacht nicht zu gewinnen". Alle Informationen im …
Münchner Siko 2018: Thomas de Maizière fordert mehr Prävention im Kampf gegen Extremismus
Ausnahmezustand in Äthiopien gilt für ein halbes Jahr 
Der in Äthiopien verhängte Ausnahmezustand soll nach Angaben der Regierung für ein halbes Jahr gelten. Die USA haben dies scharf verurteilt.
Ausnahmezustand in Äthiopien gilt für ein halbes Jahr 
Hunderte Menschen demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan
In Hamburg und Rostock haben am Samstag insgesamt rund 1400 Menschen friedlich gegen Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan demonstriert.
Hunderte Menschen demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Kommentare