Todesdrama im Himalaja

Pakistan/München - Vier Bergsteiger sind am Mittwoch am Gasherbrum II in Pakistan auf 6700 Metern Höhe von einer Lawine erfasst worden. Der Münchner Expeditionsleiter Dirk Groeger (43) und ein Japaner überlebten. Ein 46-Jähriger aus Stuttgart starb, ein 52-Jähriger wird vermisst. Es handelt sich um den Verwaltungsdirektor von Bad Reichenhall.

Das Todesdrama geschah beim Angriff auf den Gipfel. Zuvor hatte sich das Team des Expeditions-Anbieters AMICAL bei der Wetterdienststelle in Innsbruck versichert, ob das Wetter hält. Dort gab man grünes Licht für den Gipfelsturm. Doch schon nach wenigen hundert Höhenmetern raste plötzlich eine weiße Wand heran.

Der japanische Top-Bergsteiger Hirotaka "Hiro" Takeuchi (37) wurde als Erster von der Lawine getroffen. Dann Dirk Groeger, Arne H. aus Stuttgart und zuletzt der Verwaltungsdirektor von Bad Reichenhall, Ernst-Robert Z. Er wurde von den Schneemassen über 1000 Höhenmeter nach unten gerissen. Von ihm fehlt jede Spur.

Als das Unglück im Karakorum- Gebirge unter den Bergsportlern bekannt wurde, eilten sofort Teilnehmer anderer Seilschaften der Himalaja- Gemeinde zur Hilfe.

Sie erreichten Groeger und Takeuchi nahe Lager II auf 6400 Metern Höhe. Beide sind verletzt - der Münchner klagt über Brustschmerzen, der Japaner dürfte schwere innere Verletzungen haben.

Ein erster Bergeversuch durch einen Helikopter der pakistanischen Armee schei terte. Erst gestern früh konnte der Japaner mittels einer abgeworfenen Trage in Lager I in 5900 Metern Höhe transportiert werden. Am Abend begann der Abstieg in Richtung Basislager - viele Höhenmeter durch die kalte Himalajanacht. Erst dort kann die pakistanische Armee die Verletzten aufnehmen.

Keine Rettung mehr gab es für den Stuttgarter Arne H. (46). Er starb in der Lawine. Seine Leiche soll im Himalaja bleiben, entschied seine Familie. Die Hoffnung, den 52-jährigen Ernst-Robert Z. noch lebend zu finden, ist gleich null.

Die Expedition auf den 8035 Meter hohen Riesen stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Anfang Juli starb die 41-jährige Österreicherin Ulrike G. im Basislager. Danach schrieb Dirk Groeger ins Expeditions-Tagebuch: "Wir werden jetzt eine Auszeit nehmen und dann über den weiteren Verlauf entscheiden." Die Gruppe wollte weitermachen.

Dirk Groeger gilt als erfahrener Bergführer. Der Vater dreier Töchter betreibt in München die Ski-, Snowboard- und Bergschule "Mountain Spirit". mc

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