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Trümmer der abgeschossenen 717 Boeing der Malaysia Airlines.

Vorfall im Juli 2014

Todesflug MH17: Rakete soll doch von russischer Armee stammen

Nach jahrelangen Ermittlungen steht jetzt fest: Die Rakete, mit der ein Passagierflugzeug 2014 über der Ostukraine abgeschossen wurde, stammte von der russischen Armee. Doch Russland weist die Vorwürfe zurück.

Bunnik - Die Rakete, mit der Passagierflug MH17 vor knapp vier Jahren über der Ostukraine abgeschossen worden war, stammte nach Angaben der Ermittler von der russischen Armee. Das Flugabwehrsystem vom Typ Buk gehörte zu Beständen der 53. Brigade der in Kursk stationierten russischen Armee, teilten die internationalen Ermittler am Donnerstag im niederländischen Bunnik bei Utrecht mit. Zahlreiche Fotos, Videos und Zeugenaussagen würden das belegen.

Die Passagiermaschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord, darunter vier Deutsche, waren getötet worden, die meisten kamen aus den Niederlanden. Die Ermittler hatten bereits 2016 festgestellt, dass die Buk-Rakete aus Russland in das von pro-russischen Rebellen kontrollierte Gebiet transportiert und später wieder nach Russland zurückgebracht worden war. An dem internationalen Ermittlerteam unter niederländischer Leitung beteiligen sich Malaysia, Australien, Belgien und die Ukraine.

EU und Nato: Russland soll "Verantwortung" übernehmen

Russland weist bislang alle Vorwürfe zurück und macht die Ukraine verantwortlich. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte Moskau am Freitag in einer Erklärung auf, "seine Verantwortung zu übernehmen" und vollständig an allen Bemühungen mitzuwirken, um die Schuldfrage in dem Fall zu klären. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg appellierte ebenfalls an Russland, "Verantwortung zu übernehmen".

Auch die Bundesregierung forderte Russland auf, seiner "Verantwortung" nachzukommen, "damit die Tragödie vollständig aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden", wie die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag in Berlin sagte. Das internationale Ermittlerteam habe festgestellt, dass Flug MH17 von einem Raketensystem abgeschossen worden sei, "das ohne Zweifel zu den bewaffneten Kräften der Russischen Förderation gehört".

Die Bundesregierung sei sich mit der niederländischen Regierung völlig einig, "dass die Schuldigen für dieses Verbrechen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden müssen", fügte die Sprecherin hinzu. "Daher bedauern wir außerordentlich, dass das Ermittlungsteam hierzu von den russischen Behörden keine befriedigende Antwort auf dessen Rechtshilfeersuchen erhalten hat." Die Bundesregierung begrüße auch das von den Niederlanden und Australien angekündigte Verfahren "im Rahmen der Staatenverantwortlichkeit". Für Mittwoch, den 19. Juni ist eine Pressekonferenz anberaumt, bei der mit neuen Informationen zur Schuldfrage gerechnet wird.

dpa/afp

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