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Peter Frank soll Generalbundesanwalt werden.

Neuer Generalbundesanwalt

Top-Jurist Peter Frank auf Sprung nach Karlsruhe

München/Karlsruhe - Nur lobende Worte sind derzeit zu lesen über Peter Frank. Er ist Favorit für eines der höchsten und machtvollsten Ämter in der deutschen Justiz: Er soll Generalbundesanwalt werden.

Zügiger kann der Weg nach oben kaum verlaufen. Mit 47 Jahren soll Peter Frank jüngster Generalbundesanwalt in der Geschichte der Bundesrepublik werden. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) möchte, dass der Jurist aus Bayern den geschassten Harald Range beerbt.

Frank hat etwa zwei Drittel seiner Karriere im CSU-geführten bayerischen Justizministerium verbracht. Als Staatsanwalt und Richter ist er nicht mit medienwirksamen Fällen bekannt geworden. Doch innerhalb der Justiz genießt Frank großes Renommee. Erfahren, belastbar, umgänglich und locker sei er, hört man. Die einhellige Meinung: Welche Aufgabe man Frank auch überträgt - er wird sie meistern.

"Kann mir keinen Besseren vorstellen"

Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) lobte im Frühjahr Franks juristischen Sachverstand, dessen Führungskompetenz, Begabung im Umgang mit Menschen und politisches Gespür - Fähigkeiten, die ihm in dem politisch geprägten Amt als höchster Ankläger zugute kommen dürften. „Ich kann mir keinen Besseren vorstellen“, sagt Bausback über den Besetzungsvorschlag.

„Das ist jemand, den kann man überall hinstellen - und er wird hervorragende Arbeit machen“, sagt der langjährige frühere Amtsgerichtspräsident Gerhard Zierl, der Frank aus gemeinsamen Jahren im Ministerium kennt. „Er übernimmt sicher keine einfache Aufgabe.“ Aber: „Wenn jemand hoch qualifiziert ist, ist er nie zu jung.“

In Karlsruhe erwarten den Neuen brisante Themen. Frank wird wie seine Amtsvorgänger auch besonderen Schutz erhalten. 1977 ermordete die RAF Siegfried Buback. Ein Generalbundesanwalt gilt als exponierte Person.

Frank hat eine Bilderbuchkarriere absolviert: Spitzenergebnis bei beiden Staatsexamina, Promotion im Straf- und Strafverfahrensrecht „summa cum laude“. Übertritt in den Staatsdienst 1995, zunächst im Justizministerium, dann als Staatsanwalt. Zeitweise war Frank an die Vertretung des Freistaates beim Bund abgeordnet. Es folgten Jahre als Richter am Landgericht München und am Oberlandesgericht sowie weitere Tätigkeiten im Ministerium, zuletzt als Leiter der Personalabteilung.

Ein Höhepunkt des konsequenten Aufstiegs schien erreicht, als er Anfang März mit 46 Jahren als neuer Münchner Generalstaatsanwalt die Nachfolge von Christoph Strötz antrat.

Mit Spannung wird nach der jüngsten Entwicklung nun Franks erster Auftritt erwartet. Doch noch ist die Entscheidung nicht offiziell. Ins Rampenlicht drängte er sich bisher scheinbar nicht: Zunächst war kaum ein Foto von ihm aufzutreiben. Auch über seine privaten Lebensverhältnisse ist bislang nichts bekannt gemacht worden.

Bayerisches Echo auf Ranges Rauswurf

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist sehr erfreut, dass der bisherige Münchner Generalstaatsanwalt Peter Frank wohl dessen Nachfolger wird. „Das einzig Gute an der Geschichte ist, dass jetzt ein bayerischer Spitzenjurist Generalbundesanwalt werden soll“, sagte Herrmann am Mittwoch. „Was Besseres kann der Bundesrepublik nicht passieren.“ Herrmann wollte keine Bewertung des Konflikts abgeben.

Der bayerische JU-Vorsitzende Hans Reichhart bezweifelte die Rolle des Bundesjustizministers: Sollten Ranges Vorwürfe zutreffen, wäre das „einer der größten Sündenfälle der deutschen Justiz“, sagte Reichhart. Maas müsse dann seinen Hut nehmen. „Eine politische Justiz, in der die Strafverfolgung von den ideologischen Ansichten eines Ministers abhängig ist, darf es nicht geben.“

dpa

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