Selbstmordattentäter in Afghanistan

50 Tote bei Anschlag auf Volleyballspiel

Paktika - Es war ein geplantes Massaker von Sportsfreunden. Die Bombe detonierte während eines Volleyballspiels im Osten Afghanistans. Etwa 50 Menschen starben und Dutzende wurden verletzt.

Der Attentäter habe sich mit seinem Motorrad inmitten der Zuschauer in die Luft gesprengt, teilte der Vize-Gouverneur der Provinz Paktika, Attaullah Fasli, mit. Etwa 60 Menschen seien verletzt worden. Die Mehrheit der Opfer seien Zivilisten, darunter viele Kinder und Jugendliche. Einige Polizisten seien ebenfalls getötet worden. Die genaue Zahl sei jedoch noch unklar. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der sich im Distrikt Yahya Khail in der an Pakistan gelegenen Unruheprovinz ereignete.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Krankenhäuser seien überfüllt. „Wir haben nicht genügend Kapazitäten, um alle Opfer gleichzeitig zu behandeln. Viele der Verletzten sterben im Krankenhaus oder auf dem Weg dorthin“, sagte er.

Der afghanische Vizepräsident Abdul Raschid Dostum verurteilte den Anschlag am Sonntag über Twitter: „Dieser barbarische Angriff auf Zivilisten in Paktika ist inakzeptabel. Es ist ein Massaker und Terroristen sind für deren Tod verantwortlich“.

Die radikalislamischen Taliban hatten in der Vergangenheit wiederholt Anschläge auf Sportveranstaltungen verübt. So hatte sich am Neujahrstag 2010 ein Attentäter mit einem Kleintransporter voller Sprengstoff auf einem Sportplatz im Nordwesten Pakistans in die Luft gesprengt, während dort ein Volleyballspiel zwischen zwei Dorfmannschaften stattfand. Damals waren hundert Menschen getötet worden, zahlreiche Häuser in dem Dorf Shah Hasan Khan stürzten ein und begruben ihre Bewohner unter sich.

Das Unterhaus des afghanischen Parlaments hatte am Sonntag zwei Abkommen gebilligt, die die Stationierung von Soldaten der Nato und der USA über den Jahreswechsel hinaus ermöglichen sollen. Der Kampfeinsatz der internationalen Truppen endet in diesem Jahr. Die Nato-Nachfolgemission "Resolute Support" sieht die Stationierung von rund 12.500 Soldaten im kommenden Jahr vor, um die einheimischen Sicherheitskräfte beim Kampf gegen die Taliban weiterhin zu unterstützen und zu trainieren.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch das Mandat für die neue Afghanistan-Mission der Bundeswehr gebilligt. Es sieht vor, bis zu 850 deutsche Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Nun fehlt noch die Zustimmung des Bundestages. Die Abstimmung ist für Dezember vorgesehen.

AFP/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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