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Bei dem versehentlichen Angriff starben wohl mindesten 50 Menschen.

Schreckliches Versehen in Nigeria

Dutzende Tote bei Luftangriff auf Flüchtlingslager

Abuja - Das nigerianische Militär kämpft im Nordosten gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Nun hat ein Luftangriff versehentlich ein dicht besiedeltes Flüchtlingslager getroffen. Die Folgen sind fatal.

Wie viele Menschen bei dem Angriff getötet oder verletzt wurden, sei noch unklar. Verschiedene Medien berichten von mehr als 100 Todesopfern. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte am Dienstag, ihre Teams im Lager Rann in Kala Balge nahe der Stadt Maiduguri im nordöstlichen Bundesstaat Borno hätten 50 Tote und 120 Verletzte gesehen. Ein Anwohner sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe mindestens 25 Tote und viele Verletzte.

"Ein Kampfjet hat das falsche Ziel getroffen", hieß es aus Militärkreisen im Staat Borno. Die Opferzahl sei "enorm", sagte der ranghohe Vertreter weiter, ohne sich konkreter zu äußern. Ärzte ohne Grenzen bezeichnete den Angriff als "schockierend und inakzeptabel".

Auch der Generalmajor Lucky Irabor, der den Militäreinsatz gegen Boko Haram leitet, sagte vor Journalisten, die Luftwaffe habe Koordinaten von Boko-Haram-Kämpfern in der Region Kala-Balge bekommen. Leider habe sich das angegriffene Ziel als das falsche herausgestellt.

Statt des Lagers sollte wahrscheinlich das nahegelegene Kala getroffen werden, vermutete der Anwohner Abba Abiso. Dorthin habe die Miliz vor einigen Wochen eine Basis verlegt, sagte er AFP. In dem Flüchtlingslager halten sich Menschen auf, die vor der Gewalt der Dschihadistenmiliz Boko Haram geflohen sind, die in der Gegend sehr aktiv ist.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärte, unter den Toten seien auch sechs Mitarbeiter des nigerianischen Roten Kreuzes. Außerdem wurden demnach 13 Rot-Kreuz-Mitarbeiter verletzt. Ärzte ohne Grenzen war bei den Rettungsarbeiten nach dem Angriff vor Ort im Einsatz.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Die Gruppe verübt immer wieder Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. Seit 2009 wurden in dem Konflikt mehr als 20.000 Menschen getötet. Außerdem ergriffen 2,6 Millionen Menschen die Flucht.

Das nigerianische Militär erzielte zuletzt allerdings Fortschritte im Kampf gegen die Gruppe. Generalmajor Irabor sagte zu dem versehentlichen Angriff vom Dienstag, dies sei das Ergebnis der Wirren dieses Konflikts. Der Vorfall sei "bedauerlich" und zeige, "dass dieser Krieg beendet werden muss".

afp/dpa

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