Liselotte Vogel (l) nimmt an der Trauerfeier der Stadt München für ihren Mann, den früheren SPD-Chef Hans-Jochen Vogel, im Gasteig teil. Foto: Peter Kneffel/dpa
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Liselotte Vogel (l) nimmt an der Trauerfeier der Stadt München für ihren Mann, den früheren SPD-Chef Hans-Jochen Vogel, im Gasteig teil. Foto: Peter Kneffel/dpa

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Trauerfeier für SPD-Politiker Vogel

Bei der Trauerfeier für Hans-Jochen Vogel in München hat der Verstorbene selbst das letzte Wort. Denn, wie seine Witwe sagt: Hans-Jochen Vogel wäre nicht er selber gewesen, hätte er ohne geordneten Abschied diese Welt verlassen."

München (dpa) - Freunde, Familie und Weggefährten haben sich in München von dem gestorbenen früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel verabschiedet. Sein aktueller Nachfolger im Amt an der Parteispitze, SPD-Chef Norbert Walter-Borjans, würdigte Vogel als einen "ganz Großen der Sozialdemokratie".

"Sein Leben stand ganz im Dienst der Menschen", sagte er am Montag bei der Trauerfeier für Vogel in der Philharmonie im Gasteig. "Er hat vorgelebt, was es wert ist, eine Haltung zu haben."

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nannte seinen Vorgänger eine "Ausnahmeerscheinung" und "Vorbild an Korrektheit und Gradlinigkeit". "Er war ein visionärer und unglaublich tatkräftiger Anwalt der Bürgerinnen und Bürger." Vogel war am 26. Juli im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Beerdigung fand am Freitag im Familienkreis statt.

Unter den Gästen bei der Trauerfeier am Montag waren unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sowie Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

Vogel war 1926 in Göttingen geboren worden. Mit 34 Jahren wurde der Professoren-Sohn Oberbürgermeister in München - und damit jüngstes Stadtoberhaupt einer deutschen Großstadt. Später wurde er Bundesbau- und Justizminister, für knapp vier Monate Regierender Bürgermeister in Berlin, SPD-Partei- und Fraktionschef - und Kanzlerkandidat.

In der SPD galt Vogel zeitlebens als gutes Gewissen mit unerschütterlichen moralischen Grundsätzen. Seinen Lebensabend verbrachte der an Parkinson erkrankte Vogel in einer Seniorenresidenz in München.

Die SPD im Münchner Stadtrat will nun einen Platz im Olympiapark in der bayerischen Landeshauptstadt nach Vogel benennen will. "Als Vater der Olympischen Spiele 1972 soll Dr. Hans-Jochen Vogel im Olympiapark gedacht werden", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Antrag. "Dass man sich am 26. April 1966 für München als Veranstaltungsort der Olympischen Spiele entschied und somit der Startschuss für die Planung und Realisierung des gesamten Olympiaparks fiel, haben wir maßgeblich ihm zu verdanken."

Das letzte Wort bei der Trauerfeier gebührte Vogel selbst. Seine Witwe Liselotte las eine Erklärung vor - denn: "Hans-Jochen Vogel wäre nicht er selber gewesen, hätte er ohne geordneten Abschied diese Welt verlassen", sagte sie. "Als mein Mann erfuhr, dass seine Leiden nicht heilbar und seine Tage gezählt seien, hat er mit großer Anstrengung seinem Sohn eine Erklärung diktiert."

Aus dieser Erklärung zitierte sie: "Zu meinem Bedauern bin ich gezwungen, meiner Partei und der Öffentlichkeit mitzuteilen", dass er seine politischen Ehrenämter und seine politische Arbeit nicht weiter ausüben könne, hieß es darin. Er nannte als politische Vorbilder unter anderen die SPD-Legenden Willy Brandt, Helmut Schmidt und Herbert Wehner und schloss mit dem Satz: "Sorgen Sie dafür, dass Deutschland bleibt, wofür wir gekämpft haben."

© dpa-infocom, dpa:200803-99-18942/5

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