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US-Präsident Barack Obama umarmt auf der Beerdigung eines der drei Kinder von Shimon Peres.

Trauerfeier für Israels Alt-Präsident

Spitzenpolitiker aus aller Welt nehmen Abschied von Peres

Jerusalem - Die Trauerfeier für Israels Altpräsident Schimon Peres hat am Freitagmorgen begonnen. Politiker aus der ganzen Welt reisten an und würdigten ihn als großen Staatsmann.

Bei einer emotionalen Trauerfeier haben Gäste aus aller Welt am Freitag in Jerusalem Abschied von Schimon Peres genommen. Regierungschef Benjamin Netanjahu würdigte den israelischen Altpräsidenten vor rund 3000 Teilnehmern als „einen der größten Anführer unseres Volkes“. Peres habe sein Leben dem Kampf für eine Friedensregelung mit den Palästinensern gewidmet, sagte Netanjahu auf dem Herzl-Berg. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin beschrieb Peres' Tod als „riesigen persönlichen und nationalen Verlust“. Er bedeute das Ende der „Ära der Giganten“.

Viele Spitzenpolitiker bei Trauerfeier für Shimon Peres

Netanjahu saß in der ersten Reihe neben US-Präsident Barack Obama, mit dem er einige Worte wechselte. Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nahm an der Trauerfeier teil, es kam zu einem Händedruck und einem kurzen Austausch mit Netanjahu. Die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern liegen seit mehr als zwei Jahren brach, bisher konnten beide Politiker sich nicht auf ein klärendes Treffen einigen.

Peres' Sarg wurde zum Auftakt der Zeremonie von Militärangehörigen auf die Friedhofsanlage getragen. Ein Militärrabbiner rezitierte jüdische Trauergebete. Dem Sarg folgte die Familie von Peres mit Kindern, Enkeln und Urenkeln.

Angela Merkel trägt sich in Kondolenzbuch ein

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den gestorbenen früheren israelischen Präsidenten Shimon Peres als „großen Staatsmann und Visionär“ seines Landes gewürdigt. Merkel trug sich am Freitag in der israelischen Botschaft in Berlin in ein Kondolenzbuch ein und schrieb: „Ich bleibe dankbar für die Begegnungen mit diesem weisen, großherzigen und humorvollen Mann und für seinen Einsatz für die deutsch-israelischen Beziehungen nach dem Zivilisationsbruch der Shoah.“ Merkel fügte hinzu: „Er hat sich sein ganzes Leben für Frieden und Versöhnung eingesetzt und so den Menschen Hoffnung gegeben. Das ist sein Vermächtnis und unser Auftrag für die Zukunft.“

Netanjahu würdigt Peres als großen Staatsmann

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Altpräsidenten Schimon Peres in einer Trauerrede als „einen der größten Anführer unseres Volkes“ gewürdigt. Peres habe sein Leben dem Kampf für eine Friedensregelung mit den Palästinensern gewidmet, sagte Netanjahu am Freitag auf dem Herzl-Berg in Jerusalem.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir politische Gegner waren, aber über die Jahre sind wir Freunde geworden, sogar enge Freunde“, sagte der rechtsorientierte Ministerpräsident über den Friedensnobelpreisträger. „Er war ein großer Staatsmann, Israel trauert um ihn, die Welt trauert um ihn. Aber sein Erbe gibt uns Hoffnung.“

Er habe mit Peres oft über den richtigen Weg zu einem Frieden in der Region gestritten, sagte Netanjahu. „Letztlich glaube ich, dass wir beide Recht hatten.“ Im umkämpften Nahen Osten sei Frieden nur aus einer Position der Stärke zu erzielen. „Aber das Ziel ist die Koexistenz, Frieden für uns und die Völker der Region und unsere palästinensischen Nachbarn.“

Peres starb nach einem Schlaganfall

Der 93-jährige Friedensnobelpreisträger war am Mittwoch gestorben, zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall. Peres galt als Architekt der Friedensverträge zwischen den Israelis und den Palästinensern. Er wurde dafür 1994 gemeinsam mit dem damaligen israelischen Regierungschef Izchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

dpa

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