Brexit-Abkommen fertig: EU und Großbritannien einigen sich - aber eine Partei bestreitet Übereinkunft

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Landtagsabgeordneter Klaus Steiner (CSU) hat sich mit Dengue-Fieber infiziert.

Bei Wahl Söders nicht dabei

CSU-Abgeordneter bricht auf dem Heimweg zusammen - „Es stand Spitz auf Knopf“

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Bei Markus Söders Wahl zum Ministerpräsidenten fehlte ein Abgeordneter aus der CSU-Fraktion: Klaus Steiner aus Traunstein. 

München/Traunstein – An der Wahl von Ilse Aigner zur neuen Landtagspräsidentin am Montag vergangener Woche nahm Klaus Steiner noch teil. Doch schon auf dem Weg vom Landtag zum Ostbahnhof habe es ihm den Boden unter den Füßen weggezogen. 

Zuerst dachte Klaus Steiner (CSU) an eine verschleppte Grippe

„Eine Frau musste mich mehr oder weniger in den Zug schieben“, sagt 65-Jährige CSU-Abgeordnete aus dem Landkreis Traunstein. Steiner dachte zunächst an eine verschleppte Grippe. Doch als auch in den nächsten Tagen die Gleichgewichtsstörungen nicht besser wurden und er zuletzt so gut wie nichts mehr essen konnte, ging er zum Arzt – gerade noch rechtzeitig, wie sich herausstellen sollte.

„Meine Blutwerte waren katastrophal“, sagt Steiner. Noch ein, zwei Tage, und es hätten innere Blutungen gedroht, erfährt er später. „Es stand wohl wirklich Spitz auf Knopf.“ Sein Hausarzt schickte ihn sofort ins Traunsteiner Krankenhaus. Dort stellte sich heraus: Der Abgeordnete hat sich mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Dengue-Erreger infiziert.

Wo hatte sich der CSU-Landtagsabgeordnete mit dem Dengue-Virus infiziert?

Steiner war bis zur Konstituierung des neuen Landtags entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Bis zum 2. November war er für eine fünftägige Reise in Indien, um sich dort ein Bild von Entwicklungsprojekten im Bundesstaat Karnataka zu machen und wirtschaftliche Beziehungen zu knüpfen. „Im Hotelzimmer gab es einige Stechmücken.“ So dürfte sich der Abgeordnete mit dem tückischen Fieber infiziert haben, das in schweren Fällen tödlich enden kann.

„Es stand wohl wirklich Spitz auf Knopf“

Vier Tage lang blieb Steiner im Krankenhaus, die Ärzte päppeln ihn wieder auf. „Das war kriegsentscheidend“, sagt er. Gestern durfte er die Klinik verlassen. „Ziemlich geschwächt“ fühle er sich noch, aber das Schlimmste sei überstanden. Ein paar Tage werde er sich noch erholen, bevor es zurück in den Landtag geht. „Ich hoffe, die Kollegen erkennen mich noch. Ich bin ja nur noch ein Strich in der Landschaft.“

Dass ihm politisch in der Zwischenzeit einiges entgangen ist, zum Beispiel Söders Wahl zum Ministerpräsidenten, sei schade, aber nicht zu ändern. „Ins Kabinett wäre ich ohnehin nicht berufen worden“, sagt Steiner und lacht. Seinen Humor hat er nicht verloren.

Klaus Steiner gibt aber nicht auf

Entmutigen lassen will er sich von der Krankheit aber nicht. Als Entwicklungspolitiker ist er in der Vergangenheit immer wieder weit gereist. Er war im Senegal, im Niger, in Burkina Faso. Und schon bald soll es für ein Schulprojekt in den Libanon gehen. „Meine Bemühungen um eine zukunftsweisende Entwicklungspolitik werde ich wegen dieses Rückschlags nicht einstellen.“ Noch besser Acht geben will er allerdings schon. „Impfungen, die richtige Kleidung – darauf werde ich noch mehr schauen“, sagt er und rät nach dieser Erfahrung allen Reisenden. „Passt’s auf!“

Landtagswahl Bayern 2018: Hier finden Sie alle gewählten Abgeordneten des neuen Landtags

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