+
Bei ihrem Besuch bei Trump soll Merkel eine horrende Rechnung erhalten haben.

Beim Treffen in Washington

Trump soll Merkel Milliarden-Rechnung überreicht haben

Washington - „Empörend“ nannte ein deutscher Minister diese Geste: Wie die britische Times berichtet, soll Bundeskanzlerin Angela Merkel von US-Präsident Donald Trump eine Forderung über 346 Milliarden Euro erhalten haben.

Die horrende Rechnung überreichte Donald Trump laut Times bei privaten Gesprächen in den USA. Es handle sich um Deutschlands Schulden bei der Nato, die sich angeblich schon seit 2002 angehäuft hätten. 

Damals versprach Kanzler Gerhard Schröder der Organisation höhere Militärausgaben: Die Mitgliedsstaaten der Nato einigten sich 2002 darauf, zukünftig mindestens zwei Prozent des Bruttosozialprodukts für die Verteidigung auszugeben. Zusätzlich addierte Trumps Regierung noch Zinsen. Daraus berechnen die Amerikaner laut Times eine unglaubliche Summe von 300 Milliarden Pfund, was umgerechnet circa 346 Milliarden Euro entspricht. Zum Vergleich: Das Verteidigungsministerium hat in diesem Jahr ungefähr 37 Milliarden Euro zur Verfügung.

„Empörend“ nennt ein deutscher Minister, der nicht namentlich genannt wird, gegenüber der Times die Rechnung: Die Absicht hinter solchen Forderungen sei es, die andere Seite einzuschüchtern. Eine andere Quelle, die Merkel nahe steht, soll der Times gesagt haben: „Die Allianz ist kein Verein mit einem Mitgliedsbeitrag.“ Die Verpflichtungen stünden in Relation zu den Verteidigungsausgaben eines Landes. Merkel selbst hat die Provokation laut der Times ignoriert und reagierte gelassen auf die riesigen Forderungen.

Trump: Manche Nato-Mitglieder zahlen zu wenig

In der Vergangenheit kritisierte der US-amerikanische Präsident wiederholt, dass viele europäische Länder - darunter auch Deutschland - zu wenig zu dem Verteidigungsbündnis beitrugen. Tatsächlich erreichten bisher nur die USA, Großbritannien, Estland, Griechenland und Polen das 2014 noch einmal bekräftigte Zwei-Prozent-Ziel. Den Bericht über die Rechnung dementierte das Weiße Haus jedoch im US-Sender CNBC. Auch die Bundesregierung will von einer Rechnung nichts wissen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, der Bericht der Londoner Tageszeitung „Times“ treffe nicht zu. 

Merkel hatte Trump vor gut einer Woche in Washington besucht. Der US-Präsident hatte anschließend auf Twitter geschrieben: „Deutschland schuldet der Nato riesige Summen, und die Vereinigten Staaten müssen besser für ihre mächtige und kostspielige Verteidigung bezahlt werden, die sie Deutschland bieten!“ Die Bundesregierung hat darauf verwiesen, dass es keine Schuldenkonten bei der Nato gebe.

bau mit Material von dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schulz versichert Jusos: „Ich strebe keine große Koalition an“
Die SPD streitet über die große Koalition. Die Jungsozialisten sind sich in der Ablehnung der GroKo einig. Parteichef Martin Schulz verteidigt Gespräche mit der …
Schulz versichert Jusos: „Ich strebe keine große Koalition an“
Schulz: SPD muss sich fürs Scherben aufkehren beschimpfen lassen
Noch immer streiten die Parteien, wer der Schuldige für das Scheitern von Jamaika ist - unterdessen könnte eine bereits abgeschriebene Lösung wieder aktuell werden. Alle …
Schulz: SPD muss sich fürs Scherben aufkehren beschimpfen lassen
Seehofer in der Kritik: „Wir sind keine Oligarchen-Partei“
Am Tag nach Seehofers Rückzugs-Wirrwarr setzt das Murren in der CSU ein. Geht’s ihm um die friedliche Lösung – oder um Zeitgewinn? Die Fraktion will nächste Woche …
Seehofer in der Kritik: „Wir sind keine Oligarchen-Partei“
Grünen-Chef Özdemir verrät, wen er gern als seinen Nachfolger hätte
Vor dem Parteitag der Grünen hat der Parteivorsitzende Cem Özdemir mögliche Kandidaten für seine Nachfolge benannt. Einen hat er dabei besonders im Blick.
Grünen-Chef Özdemir verrät, wen er gern als seinen Nachfolger hätte

Kommentare