+
Wladimir Putin und Petro Poroschenko könnten schon bald aufeinandertreffen.

Einladung zu D-Day Feierlichkeiten

Treffen Poroschenko und Putin bald aufeinander?

Paris - Frankreichs Präsident Hollande hat den neuen ukrainischen Präsidenten Poroschenko zu den D-Day Feierlichkeiten eingeladen. Trifft er dort auf Russlands Präsident Putin?

Bei den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie könnte es zu einem Zusammentreffen des neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit Russlands Staatschef Wladimir Putin kommen. Frankreichs Präsident François Hollande lud Poroschenko am Mittwoch zu den Zeremonien am 6. Juni ein, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Putin ist als Gast in der Normandie fest eingeplant.

Hollande gratulierte Poroschenko in einem Telefonat zu seinem Wahlsieg am vergangenen Sonntag, der den Weg für einen "friedlichen und politischen Ausweg" aus der Ukraine-Krise eröffne. Poroschenko sagte wenig später der "Bild"-Zeitung, er sei "sehr glücklich über die Möglichkeit, an dieser besonderen Veranstaltung in Frankreich teilnehmen zu dürfen".

Auf die Frage, ob er in Frankreich auch direkte Gespräche mit Putin führen werde, sagte Poroschenko: "Wir werden mit Putin Gespräche führen, um die Situation zu entspannen und für Frieden zu sorgen, wann und wo diese Gespräche stattfinden werden, steht noch nicht fest."

Der prowestliche Milliardär Poroschenko war am Montag offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden. Er hatte bereits im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten. In Teilen der Ostukraine wurde die Wahl durch prorussische Separatisten verhindert.

19 Staats- und Regierungschefs werden zu D-Day Feierlichkeiten erwartet

Die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und Sorgen vor einem ähnlichen Vorgehen Moskaus im Osten der Ukraine führten zur tiefsten Krise zwischen Russland und dem Westen seit dem Ende des Kalten Kriegs. Auch das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine ist hochexplosiv.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte zu Wochenbeginn aber mit Blick auf Poroschenkos Wahlsieg, sein Land respektiere "die Wahl des ukrainischen Volks". Zuletzt forderte am Mittwoch die Bundesregierung von Russland "wirkliche Schritte zur Deeskalation" in der Ukraine-Krise.

Zu den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des D-Day am Freitag kommender Woche waren bislang 18 Staats- und Regierungschefs erwartet worden, unter ihnen US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Queen Elizabeth II. und Putin. Eine Teilnahme des Staats- oder Regierungschefs der Ukraine war bislang nicht vorgesehen.

Bereits am Vorabend der Feierlichkeiten will Hollande im Elysée-Palast Putin zu einem Abendessen empfangen, wie der Kreml am Mittwoch mitteilte. Bei dem "informellen Treffen" werde es um verschiedene internationale Themen gehen, insbesondere die Ukraine-Krise.

Ebenfalls am 5. Juni trifft Hollande in Paris US-Präsident Obama, wie aus dem Umfeld des französischen Staatschefs verlautete. Obama will am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche am Gipfel der Gruppe aus sieben großen Industriestaaten (G-7) in Brüssel teilnehmen, bevor er nach Frankreich reist.

Ursprünglich war das Treffen als G-8-Gipfel mit Russland im südrussischen Sotschi geplant worden. Wegen der Ukraine-Krise sagten die westlichen Staaten den Gipfel im G-8-Format aber ab und setzten die Zusammenarbeit in der G-8-Gruppe auf Regierungsebene aus. Nach Angaben des Weißen Hauses ist in Frankreich kein Zweiertreffen zwischen Obama und Putin geplant.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Russische Stiftung bezahlte Krimreise von AfD-Politiker Pretzell
Koblenz - Marcus Pretzell von der AfD hat sich eine dienstliche Reise auf die Krim von einer russischen Stiftung bezahlen lassen. Für den Europaabgeordneten ist das …
Russische Stiftung bezahlte Krimreise von AfD-Politiker Pretzell
„Angriff gegen uns alle“: Frauenmärsche gegen Trump
Washington - Donald Trump bläst schon am ersten Tag seiner Präsidentschaft der Wind ins Gesicht. Weltweit gehen Frauen gegen den Republikaner auf die Straßen.
„Angriff gegen uns alle“: Frauenmärsche gegen Trump
Nationalisten üben in Koblenz den Schulterschluss
Koblenz - „Merkel muss weg“ rufen sie bei Pegida. Beim Treffen der Rechtspopulisten in Koblenz ertönt der gleiche Slogan. Rückenwind gibt den Teilnehmern der Sieg von …
Nationalisten üben in Koblenz den Schulterschluss
Tausende demonstrieren gegen Rechtspopulisten-Kongress
Koblenz - Bunte Fahnen, Transparente und die „Ode an die Freude“ haben Demonstranten dem Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz entgegengesetzt. Es kamen viel …
Tausende demonstrieren gegen Rechtspopulisten-Kongress

Kommentare