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Treffen von Merkel und Trump: Annäherung zweier Welten

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Hitziger Wahlkampf und Realpolitik als Präsident sind gewöhnlich zwei Paar Schuhe. Bei Donald Trump fällt es angesichts seiner Twitter-Ausbrüche allerdings schwer, einen klaren Unterschied zu finden. Ein Kommentar von Friedemann Diederichs, USA-Korrespondent des Münchner Merkur. 

Hat Angela Merkel diesen bei ihrem wichtigen Antrittsbesuch sehen können? Die zwei Welten, die gestern in Washington aufeinanderprallten, scheinen sich nach erstem Eindruck und den länger als geplanten Gesprächen etwas angenähert zu haben. Auch wenn Trump an Grundpfeilern seiner Politik wie dem Einreisestopp und bilateraler Kooperation festhalten dürfte – Positionen, die der selbstbewusst auftretenden Kanzlerin ein Dorn im Auge sind.

Eine Grundlage zum sachlichen Miteinander könnte trotz der Altlasten der Vergangenheit und trotz zunächst wenig freundlicher Mimik des Gastgebers im „Oval Office“ existieren – obwohl echte vertrauensvolle Harmonie kaum möglich erscheint. Trump zeigte schon nach seinem Treffen mit Merkel und Konzernvertretern, dass er Politik vor allem als „Deals“ zwischen zwei Partnern sieht. Als es in diesem Kreis, auch im Beisein der Vorstandschefs von BMW, Siemens und Schaeffler, um wirtschaftliche Zusammenarbeit ging, erwähnte er die Bedeutung der EU mit keinem Wort. Und das zeigt auch die Grenzen von Angela Merkels Macht in der Rolle des Trump-Bremsers.

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