Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) messen sich zwei Wochen vor der Bundestagswahl im Triell.
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Der Moment als es krachte: Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) messen sich zwei Wochen vor der Bundestagswahl im Triell.

„Hoppala“

Zwischenfall während TV-Triell: Als Baerbock zu Rot-Rot-Grün befragt wird, kracht es im Studio

  • Andreas Schmid
    VonAndreas Schmid
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Nicht geplanter Zwischenfall im TV-Triell der Kanzlerkandidaten: Als Annalena Baerbock über eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei befragt wurde, krachte es.

Berlin - Exakt zwei Wochen vor der Bundestagswahl stehen sich die Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) im direkten Triell gegenüber. Gleich zu Beginn der TV-Übertragung in ARD und ZDF kam es zu einem kuriosen Zwischenfall.

Als Baerbock nach wenigen Minuten zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der Linkspartei befragt wurde, krachte es plötzlich im Fernsehstudio. „Hoppala, da fällt schon das Studio zusammen“, sagte Baerbock und quittierte die Aktion mit einem Lachen. „Wir sind jetzt kurz vor der Bundestagswahl. So wie es jetzt gerade rumpelt hier im Studio, so spannend wird diese Bundestagswahl.“ Moderatorin Maybritt Illner kommentierte nüchtern: „Es steht alles noch“. Offenbar war ein Teil der Studioausrichtung umgefallen - nicht der einzige Fehler an diesem Trielltag*.

Triell: SPD und Grüne flirten mit der Linkspartei - Baerbock will „mit allen demokratischen Parteien reden“

Nach aktuellen Umfragen ist eine Rot-Rot-Grüne-Koalition mit SPD, Grünen und Linke rechnerisch möglich. Sowohl die Sozialdemokraten als auch die Grünen wollten eine entsprechende Koalition zuletzt nicht dementieren. Unterschiede wie in der Außenpolitik wurden zwar angeprangert, eine zukünftige gemeinsame Regierung gleichzeitig aber nicht per se ausgeschlossen. Grünen und SPD regieren in Berlin, Hamburg und Thüringen zusammen mit der Linkspartei.

Annalena Baerbock äußerte sich am Sonntagabend wie folgt: „Die Bundesregierung muss eine aktive Außenpolitik betreiben und die Linke hat zuletzt deutlich gemacht, dass sie diese internationale Verantwortung nicht tragen kann.“ Aber: „Wir haben in den letzten Jahren gesehen, wie brandgefährlich es ist, wenn demokratische Parteien nicht miteinander reden. Wir werden mit allen demokratischen Parteien reden.“

Video: Linke bereitet sich auf Rot-Rot-Grün vor

Triell: Baerbock will Linke nicht mit AfD vergleichen - „brandgefährlich“

Moderatorin Illner grätschte dazwischen und wollte wissen, ob die Linke laut Baerbock dieses Label innehabe. „Ist sie demokratisch, halbdemokratisch? Wäre sie für dieses Land genauso gefährlich wie die AfD?“ Baerbock entgegnete „auf keinen Fall“. Die Gleichsetzung von AfD und Linkspartei halte die Grünen-Kandidatin für „brandgefährlich“. Dadurch verharmlose man, „dass die AfD nicht auf dem Boden des Grundgesetzes steht“.

Laut den derzeitigen Umfragen liegt die Linkspartei nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Ob die Partei um die beiden Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler überhaupt in den Bundestag einzieht, ist daher nicht gesichert. In einer aktuellen Umfrage vom Sonntag (12. September) erreicht die Linke sechs Prozent. Die Grünen kämen auf 15, CDU auf 21 und SPD auf 26 Prozent. (as) *Kreiszeitung.de ist wie Merkur.de ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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