Die Moderatoren Maybrit Illner und Oliver Köhr stehen bei einer Pressekonferenz vor dem TV-Triell der Kanzlerkandidaten bei ARD und ZDF bei einem Fototermin im Studio Berlin Adlershof.
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Nach dem TV-Triell in der Kritik: Maybrit Illner und Oliver Köhr

Illner und Köhr in der Kritik

„Peinliches Chaos“: Noch während des TV-Triells gehen Zuschauer auf das Moderations-Duo los

Die Einschaltquote war höher als beim ersten TV-Triell. Unzufrieden zeigen sich einige Zuschauer aber über die Gesprächsführung.

Berlin - Was beim jüngsten TV-Triell so gepoltert hat, war relativ schnell geklärt: Ein loser Instrumentenkoffer in der Nähe des Studios. „Nichts Dramatisches“, erfuhr das Portal t-online von der ARD. Die Irritationen über den Talk mit Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) hören hier aber nicht auf.

Noch während das Live-Format lief, waren auch Journalistin Maybrit Illner (ZDF) und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr Thema auf Twitter. „Wenn Annalena Baerbock Olaf Scholz die besseren Fragen stellt als die Moderatoren“, bemerkte @Holgermat spitz.

Kritik an Triell-Moderatoren Illner und Köhr: „Was für ein Chaos“

„Wow, wie oft und unseriös können Moderatoren sich ins Wort fallen? Wie peinlich“, twitterte Yasmine M‘Barek, Redakteurin bei Zeit Online. „Das Ausmaß, in dem die Moderatoren die Möglichkeit verschenken, Millionen Menschen anzusprechen, die sich nur alle vier Jahre intensiv mit Politik beschäftigen, finde ich ernsthaft bestürzend“, urteilte Medienjournalist Stefan Niggemeier über die Performance von Illner und Köhr.

„Die Moderatoren reden durcheinander, Kandidaten interviewen sich gegenseitig, im Hintergrund fällt irgendwas um, thematisch wird wild gesprungen… Was für ein Chaos“, befand auch Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes.

TV-Triell mit Illner und Köhr: „Die Uhr von Herrn Scholz läuft aber weiter“

„Studio bricht zusammen. Uhr läuft unaufhaltsam weiter. Ständig unklar, wer die nächste Frage stellt“, lautet ein Tweet des Wahlforschers Thorsten Faas von der Freien Universität Berlin. Die Uhr? Ja, die, welche die Redezeit der Kanzlerkandidaten misst. Darauf hatte Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Illner aufmerksam gemacht: „Wenn ich das der Fairness halber sagen darf: Die Uhr von Herrn Scholz läuft aber weiter.“

Ein technisches Problem offenbar, das im Laufe der Sendung behoben wurde. Der Eindruck hingegen, dass das Duo Illner/Köhr von Frage zu Frage hechelte und das gegenseitige Unterbrechen beibehielt, blieb bei vielen Zuschauern offenbar bestehen.

Triell mit Baerbock, Laschet und Scholz: Merkel und Schulz erreichten mehr Zuschauer

Das Triell von ARD und ZDF wurde auf dem populären „Tatort“-Sendeplatz ausgestrahlt. Am Sonntagabend schalteten mehr als elf Millionen Zuschauer ein, so die beiden öffentlich-rechtlichen Sender. Beim Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) im Jahr 2017 sahen insgesamt gut 16 Millionen Leute zu.

Der Talk war der zweite große des Bundestagswahlkampfs 2021. Am 29. August hatten das von Pinar Atalay und Peter Kloeppel moderierte RTL-Triell bei RTL und ntv zusammen etwa 5,6 Millionen Zuschauer verfolgt. Ein drittes Triell (mit Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch) ist am 19. September bei ProSieben, Sat.1 und Kabel eins geplant. (frs mit Material der dpa)

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