„Wer verfolgt wird“

Laschet überrascht Illner im Triell mit Obergrenzen-Statement in Asylfrage

  • Felix Durach
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Beim zweiten TV-Triell vor der Bundestagswahl ging Armin Laschet zum Angriff über. Dabei überraschte er Maybrit Illner mit einem Statement zur Asylpolitik.

Berlin – Gemeinsam mit seinen Konkurrenten Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) stand CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet im TV-Triell von ARD und ZDF am Sonntag den Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner Rede und Antwort. Eine Blitzumfrage nach dem Triell sah Scholz als Gewinner. Doch auch Armin Laschet gab sich kämpferisch. Der CDU-Chef überraschte zwei Wochen vor der Bundestagswahl unter anderem mit seinem Standpunkt zum Thema Asylpolitik.

TV-Triell: Laschet beim Thema Asylpolitik mit ungewohnt klarem Statement

Gegen Ende der Sendung lenkte Illner die Diskussion auf die Einwanderungs- und Asylpolitik Deutschlands. Dabei richtete sie eine direkte Frage an Armin Laschet. „Wir haben eine Zahl in der großen Koalition, auf die hat man sich verständigt, von 150.000 bis 200.000 Menschen, die als Asylsuchende nach Deutschland kommen“, leitete Illner ein. „Und es gibt 400.000, das annotiert die Bundesanstalt für Arbeit, die wir bräuchten, um unsere Wirtschaft am Laufen zu halten. Was sagt Armin Laschet, wenn er Bundeskanzler wäre, zu diesen beiden Zahlen?“, so die Frage der Moderatorin.

„Fakt ist, dass wir heute ein modernes Einwanderungsgesetz haben“, stellte der CDU-Chef zu Beginn seiner Antwort fest und reagierte damit auf Vorwürfe seiner Konkurrenten, wonach Laschet und seine Partei gegen ein solches Gesetz argumentieren würden. „Wir müssen um qualifizierte Zuwanderung in der Welt werben und dazu brauchen wir ein neues Klima, das signalisiert: Wir laden jeden ein, der einen Beitrag leisten kann, nach Deutschland zu kommen“, so das klare Bekenntnis von Laschet zum Facharbeitermangel. CDU-Chef Armin Laschet legte jedoch nach, dass sowohl er sich als auch seine Partei gegen eine Einwanderung in das Sozialsystem stark machen würden.

TV-Triell: Laschet überrascht Illner - „Das Asylrecht kennt keine Obergrenze“

Als Laschet seine Antwort gerade abschließen wollte, wurde er von Illner unterbrochen: Die ZDF-Talkerin wollte vom Kanzlerkandidaten der Union auch ein Statement zur Zahl der Asylsuchenden, die Deutschland aufnehmen sollte. Doch Laschet kam dem Einwurf der Moderatorin zuvor.

„Das Asylrecht kennt keine Obergrenze“, begann der CDU-Chef seine Antwort mit ernstem Blick. „Wir können Zielgrößen definieren“, so Laschet mit Blick auf die Zahl von 150.000 bis 200.000 Asylsuchenden. „Aber wenn jemand einen Rechtsanspruch hat und er politisch verfolgt wird, kann er auch dieses Asylrecht in Anspruch nehmen“, stellte der Kanzleranwärter klar. Illner reagierte etwas perplex auf die klare Antwort Laschets: „Das ist gut, was sie da sagen“, warf die Moderatorin ein. Anschließend forderte der Kanzlerkandidat noch, das Potenzial derer besser zu nutzen, die bereits im Land und der deutschen Sprache mächtig sind. So wie er es bereits in Nordrhein-Westfalen anstrebe.

TV-Triell: Zereißprobe Obergrenze - Laschet bekennt sich bei Streitfrage deutlich

Laschets klare Ansage konnte durchaus überraschen - hatte die Frage nach einer Migrations-Obergrenze die Union 2018 über lange Zeit gespalten. Das Verhältnis der Schwesterparteien CDU/CSU wurde durch die anhaltenden Debatten, die als Reaktion auf die Flüchtlingskrise 2015 und die deutlichen Stimmverluste bei der Bundestagswahl 2017 aufgeflammt waren, auf die Probe gestellt.

Neben der Asylpolitik standen auch noch weitere Themenfelder im TV-Triell zur Diskussion. Der Faktencheck zur Sendung verrät, welche Aussagen der Kandidaten einer Überprüfung nicht standhalten. Das Triell am Sonntagabend war das zweite von drei TV-Auseinandersetzungen zwischen den Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grüne. Das dritte und letzte Triell wird am 19. September von ProSieben, Sat.1 und Kabel eins ausgestrahlt. (fd)

Rubriklistenbild: © WDR/dpa

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