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Nach Kurden-Referendum im Irak

Keine Kontrolle an Bagdad

Trotz Blockade: Irakische Kurden beugen sich nicht der Regierung

Die Führung des kurdischen Autonomiegebiets im Nordirak verweigert trotz einer Blockade durch die Zentralregierung in Bagdad die Übergabe ihrer Flughäfen.

Erbil - Man werde nicht erlauben, dass Bagdad die Kontrolle der Airports an sich ziehe, sagte der kurdische Transportminister Mawlud Bawa Murad am Samstag. Er nannte die Aussetzung von internationalen Flügen in die Städte Erbil und Sulaimanija auf Drängen der Zentralregierung „gesetzeswidrig“ und „politische Bestrafung“.

Bagdad hatte am Freitag den Luftraum über dem Nordirak als Reaktion auf das Unabhängigkeitsreferendum gesperrt. Unter den internationalen Fluglinien, die die Kurdenregion vorläufig nicht mehr anfliegen, sind auch die Lufthansa, Austrian Airlines, Germania und Turkish Airlines. Innerirakische sowie humanitäre und militärische Flüge sind von dem Verbot ausgenommen. Erst bei der Übergabe der Flughäfen sollen die Verbindungen wieder aufgenommen werden.

Die irakische Regierung ergriff die Maßnahmen, nachdem die Kurden trotz aller Warnungen, Drohungen und Widerstände am Montag ein Unabhängigkeitsreferendum abgehalten hatten. Mehr als 92 Prozent der Wahlberechtigten sollen dafür gestimmt haben.

Die Zentralregierung in Bagdad erkennt das rechtlich nicht bindende Votum nicht an. Auch die Nachbarländer Türkei und Iran wiesen das Referendum zurück. Beide befürchten Auswirkungen auf die Autonomiebestrebungen der Kurden in ihren eigenen Ländern.

Die US-Regierung erkannte das Ergebnis ebenfalls nicht an. Die kurdischen Behörden müssten die verfassungsmäßige Rolle der Zentralregierung respektieren, sagte Außenminister Rex Tillerson am Freitag.

dpa

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