Theresa May will trotz ihrer Wahlschlappe nicht auf den Posten als Premierministerin verzichten.
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Theresa May will trotz ihrer Wahlschlappe nicht auf den Posten als Premierministerin verzichten.

Wahl in Großbritannien

Absolute Mehrheit futsch: Theresa May will dennoch Regierung bilden

Es ist für sie ein Wahldesaster, dennoch will Theresa May weitermachen. Die britische Premierministerin setzt auf eine Minderheitsregierung. Ganz Europa blickt mit Sorge auf die unübersichtliche Lage.

Premierministerin Theresa May werde noch am Freitagmittag bei Königin Elizabeth II. um die Erlaubnis dafür bitten, teilte ein Regierungssprecher in London mit.

May strebe eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Protestanten der DUP (Democratic Unionist Party) an, hieß es in britischen Medien. Eine Absprache mit der DUP gebe es dafür bereits. DUP-Chefin Arlene Foster sagte, Gespräche über eine Zusammenarbeit sollten am Wochenende laufen. Alle Neuigkeiten zur Wahl in Großbritannien lesen Siein unserem Live-Ticker.

Tories verlieren absolute Mehrheit

Bei der Wahl wurden Mays Tories hart abgestraft. Sie verloren die absolute Mehrheit, blieben insgesamt aber die stärkste Kraft im Unterhaus. Nach der Auszählung fast aller Stimmen konnte keine der beiden großen Parteien eine Mehrheit der 650 Wahlkreise für sich gewinnen. Das bedeutet: „hung parliament“. Bis Freitagmittag fehlte nur noch ein Wahlkreis: Kensington im Zentrum Londons war der letzte, der sein Ergebnis noch nicht vorgelegt hatte. An den Mehrheitsverhältnissen im Parlament ändert das Ergebnis aber nichts mehr.

May hatte die Neuwahl im April ausgerufen - mit der Absicht, ihre Regierungsmehrheit zu vergrößern. Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei hatte sie aufgefordert, ihren Posten zu räumen. Er brachte eine eigene Minderheitsregierung ins Spiel.

Brexit könnte sich verzögern

Der komplizierte Wahlausgang ist auchwichtig für die anstehenden Brexit-Gespräche zwischen London und Brüssel. Die hoch komplizierten Verhandlungen müssen bis Ende März 2019 abgeschlossen sein. Sonst scheidet Großbritannien ohne Vertrag oder Übergangsregelung aus der EU aus. Die Folgen für die Wirtschaft und die Bürger wären in diesem Fall kaum absehbar.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wartet nun auf ein Signal der Briten für den Beginn der Brexit-Verhandlungen. „Jetzt sind die Briten am Zug“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Das kann Juncker zufolge aber etwas dauern: „Der Staub in Großbritannien muss sich jetzt legen.“ Die EU könne die Gespräche sofort aufnehmen: „Wir sind seit Monaten bereit zu verhandeln. Wir können morgen früh anfangen.“

Die europäischen Börsen reagierten am Freitag zunächst mit leichten Gewinnen auf die Schlappe für die britische Premierministerin. Allerdings büßten die wichtigsten Aktienindizes einen Teil ihrer deutlichen Aufschläge im frühen Handel wieder ein.

dpa

Die Neuwahlen in Großbritannien in Bildern

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