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Albert Duin(60) führt Bayerns FDP seit einem halben Jahr

Albert Duin

Trotz Infarkt: Bayerns FDP-Chef kämpft weiter

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Straubing/München – Bayerns FDP-Chef Albert Duin hat einen leichten Herzinfarkt überstanden. Der 60- Jährige wurde vergangene Woche operiert. Am Sonntag trat er wieder vor die Mitglieder

:Beim Landesparteitag in Straubing versicherte er der Basis kämpferisch, er werde nicht kürzertreten. Einzige Zugeständnisse: Duin will das Rauchen einschränken und sich ein Fahrrad kaufen. „Nach einer kleinen Zwangspause bin ich, wie ihr seht, wieder putzmunter“, sagte er. „Jetzt geben wir nochmal eine Woche richtig Gas.“

Für die FDP ist nach dem Sturz aus Landtag und Bundestag die Arbeit härter geworden. Duin rast ehrenamtlich von Termin zu Termin. Letzte überregionale Berufspolitikerin ist die Europaabgeordnete Nadja Hirsch, die auf Wackelplatz vier bis Sonntag um die Wiederwahl kämpft. Sie profilierte sich mit Attacken auf die CSU.

Inhaltlich gibt es im Landesverband immer wieder Debatten – das zeigte auch der Parteitag. Beim Breitbandausbau bedurfte es der Intervention von Ex-Wirtschaftsministers Martin Zeil, um einen Antrag abzuwehren, wonach der Staat Glasfaserkabel für alle finanzieren soll. „Es ging darum, ob wir weiter realistische Politik machen, oder auf die populäre Schiene gehen“, berichten Teilnehmer der Debatte.

Verschoben, aber nicht beigelegt sind die Diskussionen um die Energiepolitik. Hier hatte Duin die Delegierten vorab mit einem Bekenntnis zu längeren Atomkraftwerks-Laufzeiten provoziert – in der deutschen Polit-Debatte derzeit ein Tabu. Im offiziellen Parteitags-Antrag, der aus Zeitgründen ohnehin nicht mehr aufgerufen wurde, fand sich diese intern umstrittene Haltung nicht wieder. Statt dessen sollten unter anderem die EEG-Einspeisevergütung für Neuanlagen ausgesetzt und der europäische Strommarkt ausgebaut werden.

Lange hielt sich die FDP mit eigenen Strukturfragen auf. Von einem Antrag der Jungen Liberalen dazu wurden nur Teile beschlossen. Eh schon geplant war dabei, dass der nächste Parteitag im Herbst die Option für eine Urwahl des Landesvorsitzenden freimacht. Die Delegierten entschieden sich zudem gegen ein eigenes Grundsatzprogramm der Bayern-FDP.

Generalsekretär Daniel Föst verlangte vollen Einsatz aller Mitglieder, um wieder in die Parlamente zu kommen. Es genüge nicht, nur auf die Parteiführung zu verweisen, wird er zitiert. „Jeder wird sich 2017 fragen müssen: Was habe ich getan?“  

Christian Deutschländer

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