+
Das Bundeswehr-Schulschiff "Gorch Fock".

Trotz Missständen: CDU und SPD pro "Gorch Fock"

Berlin - Verteidigungsexperten von CDU und SPD plädieren trotz der bekanntgewordenen Missstände auf der “Gorch Fock“ deutlich für den Verbleib des Schulschiffes in der Bundeswehr.

Zugleich kritisierte die SPD am Mittwoch in Berlin nach einer Sitzung des Verteidigungsauschusses des Bundestags scharf das Vorgehen von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Aufklärung der Affäre um Drill auf dem Schiff.

Lesen Sie auch:

Bundeswehr-Affären: Guttenberg steht Rede und Antwort

Ministerium dementiert Äußerung von "Gorch-Fock"-Kapitän

Schwere Pflichtverletzungen: Jahresbericht der Bundeswehr

Spardebatte: Unions-Fraktion stellt sich gegen Guttenberg

Guttenberg äußerte sich in dem nichtöffentlichen Ausschuss auch zu den Affären um geöffnete Feldpost und die Informationspannen nach dem Tod eines Soldaten in Afghanistan. Nach Teilnehmer-Angaben soll er die Opposition wenig respektvoll behandelt haben. Der SPD-Politiker Rainer Arnold sagte: “Der Minister tät gut daran, das Verhältnis zum Verteidigungsausschuss auf eine bessere, solidere Basis zu stellen.“ Guttenberg habe auf Kritik äußerst dünnhäutitg reagiert.

Arnold sagte, auch wenn es Versäumnisse gegeben habe - das Schiff sei ein “Schmuckstück“, die Qualität der Führung müsse sich aber an diesem hohen Anspruch messen lassen. “Dies halte ich für lösbar (...) Die Missstände können behoben werden.“ Der CDU-Politiker Ernst-Reinhard Beck sagte, die “Gorch Fock“ habe als Sympathieträger eine überragende Bedeutung für die Bundeswehr und ihre Attraktivität.

Guttenberg: Der "Top Gun"-Minister

Guttenberg: Der "Top Gun"-Minister a.D.

Zur geöffneten Feldpost sagte Beck, insgesamt gebe es 900 000 Briefsendungen im Jahr. In 29 Fällen sei es nun zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Zum Tod des Soldaten durch den Schuss aus der Waffe eines Kameraden sagte er, es handele sich “um einen tragischen Unglücksfall im Großzusammenhang mit Waffenreinigung“. Es gebe keine Belege, dass mit Waffen herumgespielt worden sei. Die Bundeswehr hatte zunächst nur mitgeteilt, dass der junge Mann mit einer Schusswunde aufgefunden worden war. Fremdverschulden hatte siwe nicht angedeutet.

Arnold zog den Prozess der Entscheidung von Guttenberg zur Abberufung des Schiffskommandanten infrage. Der Minister habe sich am vergangenen Freitag gegenüber den Obleuten der Fraktionen auf Erkenntnisse in den Medien bezogen. “Die Medienberichte sind an diesem Tag aber überhaupt nicht gelaufen. Das kam erst am nächsten und übernächsten Tag in dieser Zeitung mit den großen Bildern.“ Den Parlamentariern sei auch zunächst nicht gesagt worden, dass der Kapitän aus Fürsorgegründen suspendiert wurde. “Das wurde nachgeschoben.“ Die Opposition wirft Guttenberg vor, unter dem Druck der “Bild“-Zeitung gehandelt zu haben.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großbritannien-Wahl 2019: Zwischenfall schockiert - Wahllokal evakuiert
Die Briten wählen am heutigen Donnerstag ein neues Parlament. Die Tories um Boris Johnson gehen als Favoriten ins Rennen. Doch der Sieg ist noch nicht sicher: Labour hat …
Großbritannien-Wahl 2019: Zwischenfall schockiert - Wahllokal evakuiert
Jeremy Corbyn: Frau, Kinder und Karriere des Labour-Chefs
Bei den britischen Parlamentswahlen am 12. Dezember könnte er zum nächsten Premierminister werden. Wer ist Labour-Chef Jeremy Corbyn?
Jeremy Corbyn: Frau, Kinder und Karriere des Labour-Chefs
BKA spielte Anschlagsrisiko durch Anis Amri herunter
Warum wurde der spätere Weihnachtsmarkt-Attentäter nicht engmaschig überwacht oder festgenommen? Das könnte auch mit einer Einschätzung des BKA zusammenhängen. Die …
BKA spielte Anschlagsrisiko durch Anis Amri herunter
Zitterpartie in Großbritannien: Wer geht als Sieger hervor?
Spannung bis zuletzt: Sollte Premierminister Boris Johnson bei der Parlamentswahl eine Mehrheit verfehlen, stünde auch der Brexit auf der Kippe. Zuletzt war der …
Zitterpartie in Großbritannien: Wer geht als Sieger hervor?

Kommentare