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Donald Trump muss weg: Das war die Meinung bei „Anne Will“.

Kann der Präsident Außenpolitik?

Trump als Thema bei Anne Will - einhellige Meinung: Er muss weg

Nach thematischen Ausflügen in die Innenpolitik - wegen der Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen - widmete sich die Sendung „Anne Will“ am Sonntag wieder ihrem Lieblingsthema: US-Präsident Donald Trump.

Berlin - Aufhänger diesmal: Trumps erste Auslandsreise mit Abschluss beim G7-Gipfel auf Sizilien. Über Trumps forsches Auftreten diskutierten der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, der ehemalige Hamburger Regierungschef Klaus von Dohnanyi (SPD), der Publizist Michael Wolffsohn, die amerikanische Philosophin Susan Neiman und Journalist Christoph von Marschall mit Moderatorin Anne Will. Dabei versuchten sie die Frage zu ergründen, ob Trump Außenpolitik könne. Die Sendung krankte - wie Talkshows es oft tun - am Umstand, dass Trump nicht persönlich anwesend war. So konnten sich die Anwesenden munter auf Trump einschießen, ohne dass sich dieser verteidigen konnte.

Trump habe keine Umgangsformen (von Marschall), empfinde es als normal, sich nach vorne zu rempeln (Röttgen) und sei schlecht erzogen (von Dohnanyi). Unisono watschten die Anwesenden den US-Präsidenten ab - vor allem wegen seines von vielen Beobachtern als rüpelhaft und fordernd empfundenen Auftretens beim Nato- und G7-Gipfel. Dort hatte er zum Beispiel von verbündeten Staaten vehement mehr Geld gefordert und sich beim Gruppenfoto vorgedrängelt.

Die einhellige Meinung in der Runde: Trump muss weg. „Ich hoffe, dass es zum Impeachment (Amtsenthebungsverfahren) kommt“, sagte Wolffsohn. Die US-Amerikanerin Neiman verwies auf die breite Opposition gegen Präsident Trump. „Es gibt mehr Widerstand in den USA als irgendjemand erlebt hat“, sagte sie. Und das war das zweite Problem der Sendung: Die Diskussion war mitnichten kontrovers. „Das war nur meinem Husten geschuldet, keine inhaltliche Anmerkung“, verteidigte sich Röttgen, nachdem er eine Ausführung Wolffsohns unterbrochen hatte.

Inhaltlich reichte die Diskussion von Trumps Persönlichkeit (von Marschall): „Nicht Amerika ist unzuverlässig, Trump ist es.“) bis zu Handlungsvorschlägen an Europas Politiker. „Wir müssen endlich anfangen, in aller Freundschaft mit den Amerikanern über unterschiedliche geopolitische Interessen zu sprechen“, forderte von Dohnanyi. Röttgen pflichtete bei, dass die transatlantische Gemeinschaft über die Regierung Trump reden müsse.

Nicht leicht hatte es die einzige Amerikanerin in der Runde, Susan Neiman. Sie musste sich für die Politik ihres Landes und seines Präsidenten rechtfertigen, obwohl sie inhaltlich der Meinung aller Anderen war. „Die Frage in Amerika ist nicht, ob er Außenpolitik machen kann“, sagte sie. „Sondern ob er überhaupt Politik machen kann.“ Die Antwort gab Neiman gleich selbst: „Kann er nicht“, erklärte sie - und erntete dafür Lacher im Studio.

Auf den Punkt brachte das Trump-Problem der Europäer der ehemalige SPD-Politiker Dohnanyi, indem er feststellte, man dürfe nicht so tun, als wäre Trump nicht Amerika. „Er ist ein gewählter Präsident“, sagte er. „Damit müssen wir umgehen.“ Von Marschall indes prognostizierte ganz zum Schluss, dass sich Trump nicht lange im Amt halten werde. „Trump wird ein blockierter Präsident sein“, sagte er.^

dpa

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