„Die besten in ihrem Beruf“

Brisanter Bericht: Aus Sorge vor Trump? Pentagon hielt offenbar Entscheidung bis Bidens Amtsantritt zurück

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Wie die New York Times berichtet, sollten Beförderungen hoher weiblicher Militärs verschoben werden - es wurde befürchtet, dass Trump die Kandidatinnen ablehnen könnte

Washington, D.C. - Pünktlich zum Frauentag sorgt ein Bericht der renommierten New York Times für Aufsehen. Wie die Tageszeitung schreibt, hat das Pentagon zuletzt Beförderungen zweier weiblicher Generäle aufgeschoben. Die Entscheidungsträger:innen befürchteten wohl, dass die Vorschläge aus der Armee-Leitung vom damaligen Präsidenten Donald Trump einkassiert würden.

Donald Trump hätte die Beförderung zweier unliebsamer Kandidatinnen hinnehmen müssen

Die beiden Generäle Jacqueline Van Ovost und Laura Richardson waren dem Bericht zufolge die Wunschkandidaten der Entscheidungsträger Mark Esper und Mark Milley. Der ehemalige Verteidigungsminister Esper sah für die Beförderung der weiblichen Generäle in den Vier-Sterne-Rang kein Hindernis, da sie „die besten in ihrem Beruf“ seien, so Esper. Trotzdem wurde ihre Beförderung aufgeschoben.

Der ehemalige Verteidigungsminister rechtfertigt das Zögern, mit dem Verweis auf die politische Machtkonstellation im vergangenen Herbst. „Ich wollte verhindern, dass ihre Beförderung aufgehalten wird, weil jemand im Weißen Haus sehen könnte, dass ich sie vorgeschlagen habe oder der Eindruck entsteht, das Verteidigungsministerium mache seine eigene Politik“, zitiert die New York Times aus einem Interview Espers.

Ehemalige Mitarbeiter:innen im Weißen Haus widersprechen der Darstellung des ehemaligen Verteidigungsministers: Es habe keinen Widerstand gegen Frauen in den Top-Positionen des US-Militärs gegeben.

Donald Trump hatte Esper in den letzten Monaten seiner Präsidentschaft entlassen und ihn durch getreue Anhänger seiner Politik ersetzt. Der 56-Jährige fiel den Berichte zufolge in Trumps Ungnade, als er sich dafür aussprach, zehn Militärstützpunkte umzubenennen. Die betreffenden Einrichtungen trugen die Namen von Generälen der Konföderierten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg - Trump schmetterte den Vorschlag jedoch ab.

Joe Biden: In den nächsten Wochen soll der Präsident die Beförderungen unterzeichnen

Wie die New York Times weiter berichtete, sollen die Vorschläge zur Beförderung nun von Mark Espers Nachfolger im Amt, Lloyd J. Austin III und General Milley an das Weiße Haus weitergeleitet werden. Es wird damit gerechnet, dass die Regierung unter Joe Biden die Beförderungen unterstützt und dem Senat zur Bestätigung vorlegt. (jjf)

Rubriklistenbild: © John Raoux/picture alliance/dpa/AP

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