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Hausdurchsuchung, Immobilientricks, Steuerbetrug: Viel Wirbel um Donald Trump – der wütet online

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Von: Anna Lorenz

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Viel behördlicher Wirbel um Donald Trump erhitzt die republikanischen Gemüter, allen voran das des Ex-Präsidenten selbst. Im Netz stellt Trump seine Sicht der Lage in der „Bananenrepublik“ USA dar.

Palm Beach (Florida) – Die Darstellungen Donald Trumps von Erlebnissen und Geschehnissen wirkt nicht selten recht eigen, manipulativ und letztlich oftmals gut durch den Refrain des Pipi-Langstrumpf-Titelliedes zusammengefasst. Wie der Ex-Präsident der USA die kürzlichen Entwicklungen rund um seine Person wahrnimmt, ist gegenwärtig im Netz ausführlich nachzulesen.

Donald Trump: Hausdurchsuchung bei Ex-Präsident – Grund könnten Dokumente sein

Die letzten Tage waren turbulent für den ehemaligen US-Präsidenten. Zunächst war Trump zufolge am Montagabend (08. August / Ortszeit) sein Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach von mehreren Beamten des FBI durchsucht worden. Geleitet wird die Behörde, die auf die Nennung von Gründen des unangekündigten Besuchs verzichtete, von Christopher Wray, den Trump während seiner Amtszeit selbst ernannt hatte.

US-Medien vermuten, die Durchsuchung könnte mit Dokumenten zusammenhängen, die Trump nach Ende seiner Präsidentschaft im Januar 2021 vom Weißen Haus mit nach Mar-a-Lago mitgenommen hatte, obwohl er laut Gesetz alle Dokumente dem Nationalarchiv hätte übergeben müssen. Das Archiv hatte im vergangenen Februar bestätigt, dass es in Mar-a-Lago 15 Kisten mit Dokumenten sichergestellt habe, die Trump bei seinem Weggang aus Washington mitgenommen hatte.

Donald Trump: Steuerbetrug und Immobilientricks? „Keine andere Wahl gehabt“

Gleichzeitig ist Trump in ein Zivilverfahren um die Familienholding Trump Organization verwickelt. Sie soll bei Kreditbegehren den Wert von Immobilien künstlich aufgeblasen, bei Steuer- und Versicherungsbewertungen kleingerechnet haben. Unmittelbar vor seinem Aussage-Termin am 10. August bezeichnete Trump das Betrugsverfahren in seinem Online-Netzwerk „Truth Social“ als „größte Hexenjagd in der Geschichte der USA“, welche er als „Bananenrepublik“ betitelte.

Die „Beantwortung der Fragen“, habe er dann „entsprechend der aus der Verfassung der Vereinigten Staaten hervorgehenden Rechte jedes Bürgers verweigert“, erklärte Trump nach seinem Termin in den Büros der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft. Er habe sich zwar früher einmal gefragt: „Wenn Du unschuldig bist, warum verweigerst Du die Aussage?“. Die „Hexenjagd“ gegen ihn hätte ihm allerdings „keine andere Wahl“ gelassen, als dem Rat seiner Anwälte zu folgen.

Donald Trump
Ex-US-Präsident Donald Trump ist im Netz sehr aktiv. (Archivbild) © Shafkat Anowar/The Dallas Morning News/AP/dpa

Parallel zu dieser zivilrechtlichen Untersuchung führt die Staatsanwaltschaft von Manhattan auch strafrechtliche Ermittlungen zum Geschäftsgebaren des Trump-Konzerns. Im Juli vergangenen Jahres wurde Anklage erhoben; die für den 15. Juli 2022 terminierten Vernehmungen von Donald Junior und Ivanka Trump waren wegen des Todes von Trumps erster Ehefrau Ivana aber ausgesetzt worden.

Donald Trump: Ex-Präsident wütet auf eigener Plattform: „Sie wollen nicht, dass ich kandidiere“

Ganz im Stil seiner ehemals auf Twitter lancierten Wutpostings veröffentlichte Trump einige Einschätzungen der Geschehnisse nun im Netz. In einem „koordinierten Angriff“, der als „Einsatz des Justiz-Systems als Waffe“ nur den „linksradikalen Demokraten, die verzweifelt nicht wollen, dass [er] 2024 für das Präsidentenamt kandidiere“, diene, sei jeder „aufgefordert [worden], die Räumlichkeiten zu verlassen“, schrieb der 76-Jährige über die Durchsuchung seines Anwesens. „Sie wollten allein sein, ohne jegliche Zeugen für das, was sie machen, wegnehmen oder – hoffentlich nicht – ‚platzieren‘.“

US-Präsident Joe Biden „wusste alles darüber“, behauptete Trump stur, während das Weiße Haus mitteilte, niemand sei informiert oder vorgewarnt worden. „Eine schreckliche Sache“ sei die Durchsuchung laut Trump, der viel Zuspruch seiner Anhänger bekam, gewesen. Die USA sei „nicht besser als ein Drittweltland“, so der 76-Jährige, „das FBI und andere Vertreter der Regierung lassen niemanden, nicht einmal meine Anwälte, in die Nähe der durchsuchten Bereiche.“

Der republikanische Abgeordnete Scott Perry teilte derweil mit, dass drei FBI-Beamte sein Mobiltelefon beschlagnahmt hätten. Perry soll eine wichtige Rolle beim Versuch von Trumps Team gespielt haben, das Ergebnis der verlorenen Präsidentschaftswahl von 2020 doch noch zu drehen. (askl)

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