Mithilfe des 25. Zusatzartikels

Insider enthüllt: Intrige geplant - Trumps Ex-Chefstratege wollte ihn wegen „Demenz“ absetzen lassen

  • vonMayls Majurani
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Kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigte US-Präsident Donald Trump seinen ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon. Doch der wollte ihn offenbar vom Amt entfernen.

Washington D.C. - 2016 war Steve Bannon der Wahlkampfleiter von Donald Trump, nach dessen Wahlsieg wurde er zum Chefstrategen im Weißen Haus, ehe er nach sieben Monaten aus seinem Amt wieder gefeuert wurde. Ein öffentliches Zerwürfnis zwischen Bannon und Trump blieb aber aus. Kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigte Trump seinen ehemaligen Weggefährten sogar. Dieser stand unter Verdacht, Spendengelder für den Mauerbau an der mexikanischen Grenze veruntreut zu haben. Dabei wollte Bannon den US-Präsidenten offenbar absetzen lassen.

Wie der Guardian berichtet, schreibt TV-Produzent Ira Rosen in seinem Buch „Ticking Clock: Behind the Scenes at 60 Minutes“: Bannon „glaubte, dass Trump an Demenz im Frühstadium leide“. Es habe eine echte Möglichkeit gegeben, „dass er durch den 25. Zusatzartikels der US-Verfassung vom Amt entfernt wird, wenn das Kabinett dafür stimmt, dass der Präsident nicht länger geistig in der Lage ist, seine Pflichten zu erfüllen“.

Amtsenthebung von Donald Trump: Steve Bannon wollte 25. Zusatzartikel anwenden

Ausführlich äußert sich Rosen dazu im Yahoo-News-Podcast „Skullduggery“: Als Bannon in der CBS-Sendung „60 Minutes“ auftrat, sprach er über diese Gedankengänge allerdings nicht. „Du kannst den Typen nicht zwingen“, so Rosen. Er habe allerdings Text-Nachrichten von ihm bekommen, in denen Bannon schrieb: „Du musst die Geschichte über den 25. Zusatzartikel machen. Übrigens, Bruder, ich steuere dich niemals falsch.“

Der 25. Zusatzartikel war ein heikles Thema, als das US-Kapitol von Trump-Anhängern gestürmt wurde. Allerdings lehnte Vizepräsident Mike Pence die Anwendung des Artikels ab, woraufhin die Demokraten im Senat ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einleiteten.

Ehemaliger Weggefährte von Donald Trump: Steve Bannon wollte offenbar selbst US-Präsident werden

Bannon habe, so Rosen, regelmäßig eine Kolumne von David Brooks in der New York Times vom Oktober 2017 zitiert. Darin hieß es, dass einige Republikaner bei einem Besuch im Weißen Haus den Verdacht schöpften, dass Trump an Alzheimer leide. Sie unterstützten ihn dennoch. „Bannon hat das immer wieder gesagt und wollte dagegen etwas unternehmen“, sagt Rosen im Podcast. Ging es Bannon aber wirklich darum, einen gesunden Präsidenten zu haben? Offenbar nicht. Rosen: „Nun, das Geheimnis ist, dass Bannon wirklich dachte, dass er selbst Präsident werden könnte.“ (ma)

Rubriklistenbild: © Mandel Ngan/AFP

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