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Zwei, die bisher viele gegensätzliche Standpunkte hatten: Papst Franziskus (r) und US-Präsident Donald Trump.

US-Präsident in Rom

Trump beim Papst: Ein Handschlag, viele Gegensätze

Rom - Im Wahlkampf hatte der Papst Trump kritisiert. Das erste Treffen wirkt warmherziger. Auch wenn sie bei wichtigen Themen wohl weiter über kreuz liegen dürften. 

Handschlag vom Pontifex: Papst Franziskus hat US-Präsident Donald Trump zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen. Der Besuch sei ihm eine „große Ehre“, erklärte Trump am Mittwochmorgen. Der Papst schaute zunächst sehr ernst, später lächelte er aber auch viel. Die etwa dreißigminütige Audienz war die erste Begegnung zwischen dem Katholikenoberhaupt und dem Republikaner, die bei zentralen politischen Themen grundsätzlich andere Anschauungen vertreten.

Trump wurde bei der Ankunft begleitet von seiner Frau Melania und Tochter Ivanka, die beide schwarze Kleider und schwarze Schleier trugen. Begrüßt wurden sie vom deutschen Präfekten des Päpstlichen Hauses, Georg Gänswein.

Unterschiede bei Migration und Umweltschutz

Kurz vor dem Besuch von Trump hatte sich Franziskus offen gezeigt und gesagt, dass er auf einen aufrichtigen Austausch mit dem US-Präsidenten hoffe. Trump äußerte sich ähnlich. Er und der Papst gelten als sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Auch ihre politischen Positionen liegen weit auseinander, vor allem bei den Themen Migration und Umweltschutz. Der Papst hatte Trump im Wahlkampf für sein Vorhaben kritisiert, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. Trump nannte diese Äußerungen schändlich und sagte, Franziskus sei von Mexikos Regierung irregeleitet worden.

Zum Abschluss des Treffens bedankte sich Donald Trump beim Papst: „Danke, danke, ich werde nicht vergessen, was Sie gesagt haben“, sagte der US-Präsident. Nach der Audienz überreichten sich Trump und der Papst Geschenke. Der Papst schenkte Trump eine Medaille, auf der ein Olivenzweig zu sehen ist. „Ein Symbol des Friedens“, sagte der Argentinier. Trump antwortete: „Frieden können wir gebrauchen.“

Trump: „Ich werde sie lesen“

Mit auf den Weg gab der Papst Trump auch seine 2017 veröffentlichte Friedensbotschaft sowie drei seiner Schreiben - darunter seine zweite Enzyklika „Laudato si'“, die sich mit dem Umwelt- und Klimaschutz befasst, ein Thema, bei dem Trumps und Franziskus' Positionen weit auseinander gehen. „Ich werde sie lesen“, sagte Trump.

Der US-Präsident schenkte dem Pontifex eine Box mit Büchern von Martin Luther King. „Dies ist ein Geschenk für Sie“, sagte Trump. „Es sind Bücher von Martin Luther King. Ich hoffe, sie werden Ihnen gefallen.“

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania bei ihrer Ankunft in Rom.

Trump ist nicht für eine überzeugte Religiosität bekannt. Andere Präsidenten zeigten ihren Glauben oft leidenschaftlich, bei dem 70-Jährigen fehlt das. Er ist Presbyterianer, das ist der größte Zweig der reformierten Kirchen. Er bezeichnet sich als Protestant. Mit dem christlichen Gedanken der Vergebung kann er nach eigenem Bekunden nichts anfangen.

Trumps erster Aufenthalt in Europa als Präsident

Der Besuch in Rom war zugleich sein erster Aufenthalt in Europa als Präsident. Überall in der Stadt waren die Sicherheitsvorkehrungen extrem hoch. Am Petersplatz sammelten sich zahlreiche Touristen, die auf Einlass zur mittwochs üblichen Generalaudienz warteten.

Im Anschluss an die Audienz wollte der Präsident sich zu Gesprächen mit Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Paolo Gentiloni treffen.

Greenpeace strahlt Kuppel des Petersdoms an

Am Vorabend des Besuchs hatte die Umweltorganisation Greenpeace eine besondere Botschaft an den US-Präsident gerichtet. Den Aktivisten gelang es trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen rund um den Vatikan, die Kuppel des Petersdoms mit der Aufschrift „Planet Earth First“ anzustrahlen. Dies sei eine Anspielung auf Trumps Motto „America First“, hieß es in einer Mitteilung von Greenpeace Italien. Der Klimaschutz müsse oberste Priorität haben.

Trump trifft am Mittwochmorgen zum ersten Mal Franziskus zu einer Privataudienz. In Rom hatte sich am Dienstag zudem eine kleinere Gruppe Menschen zusammengefunden, die gegen Trumps Politik protestierte.

dpa

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