+
US-Präsident Donald Trump bezeichnet die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn als „Fake News“.

Betatscht und geküsst

Trump: Belästigungsvorwürfe Manöver der Demokraten

US-Präsident Donald Trump hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung als Manöver der oppositionellen Demokraten abzutun versucht.

Washington - US-Präsident Donald Trump hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung als Manöver der oppositionellen Demokraten abzutun versucht. Nachdem die Demokraten vergeblich illegale Verbindungen seines Teams nach Moskau nachzuweisen versucht hätten, wendeten sie sich jetzt den "falschen Anschuldigungen und erfundenen Geschichten" über von ihm begangene Übergriffe gegen Frauen zu, schrieb Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Die Anschuldigungen, Trump habe in früheren Jahren Frauen gegen ihren Willen betatscht und geküsst, waren bereits während des Wahlkampfes aufgekommen, wurden aber in den vergangenen Tagen erneuert. 

Drei Frauen, die nach ihren Schilderungen zu den Opfern von Trumps sexuellen Attacken gehören, forderten am Montag in einer Pressekonferenz den Kongress auf, die Vorwürfe zu untersuchen. Mehrere Senatoren der Demokraten forderten den Präsidenten inzwischen wegen der Anschuldigungen zum Rücktritt auf. 

Anschuldigungen seien „Fake News“

Trump schrieb nun auf Twitter, er kenne die Frauen, die diese Anschuldigungen vorbringen, nicht "und/oder habe sie nie getroffen". Es handle sich um "Falschnachrichten". Bereits am Vortag hatte ein Sprecher des Weißen Hauses gesagt, in den meisten Fällen würden die Anschuldigungen durch Augenzeugenberichte widerlegt. Er benannte die angeblichen Zeugen jedoch nicht. 

Die Belästigungsvorwürfe gegen ihn würden jetzt erneuert, weil "trotz tausender verschwendeter Stunden und vieler Millionen ausgegebener Dollar" die Demokraten keine Geheimabsprachen seines Teams mit Moskau hätten belegen können, twitterte Trump. 

Die Russland-Connection wird von einem Sonderermittler untersucht, den das Justizministerium im Mai eingesetzt hatte. Seine Untersuchungen hatten zuletzt zu Anklagen gegen vier frühere Trump-Vertraute geführt, zuletzt gegen Trumps zeitweiligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn

Trump attackierte am Dienstag auch die demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand, die seinen Rücktritt wegen der Belästigungsvorwürfe fordert. Die Vertreterin des Bundesstaats New York in der Kongresskammer sei ein "Leichtgewicht", schrieb er. Vor "nicht so langer Zeit" habe sie bei ihm noch um Wahlkampfspenden "gebettelt". 

Wahlkampfvorwürfe haben sich mit seinem Sieg für Trump erledigt

Trump vertritt generell den Standpunkt, dass sich die Wahlkampfvorwürfe durch seinen Wahlsieg erledigt haben. Die US-Bürger hätten bereits ihr Urteil darüber gefällt, indem sie Trump den Sieg beschert hätten, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses. 

Viel Aufsehen erregte allerdings die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, indem sie von dieser offiziellen Linie abwich. Haley sagte am Sonntag, jede Frau, die sich als Opfer sexueller Übergriffe bezeichne, "sollte angehört werden". Dies gilt nach ihren Worten auch für Frauen, die Trump solchen Fehlverhaltens bezichtigen.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Merz bei Anne Will: Als SPD-Frau ihn scharf angeht, bringt er Zuschauer auf seine Seite
Friedrich Merz landet bei Anne Will in einem Kreuzverhör zwischen Baerbock, Will und Manuela Schwesig. Das Trio macht es ihm nicht leicht. Und der Kandidat bekommt Risse.
Merz bei Anne Will: Als SPD-Frau ihn scharf angeht, bringt er Zuschauer auf seine Seite
Freie Bahn für Söder: Warum sein ärgster Konkurrent für den CSU-Vorsitz absagte
Der Weg zum CSU-Vorsitz ist frei für Markus Söder. Dabei hätten sich einige in der Partei die Kandidatur seines ärgsten Konkurrenten gewünscht. Der zog schließlich …
Freie Bahn für Söder: Warum sein ärgster Konkurrent für den CSU-Vorsitz absagte
Macron: Müssen neues Kapitel für Europa aufschlagen
"Es lebe die deutsch-französische Freundschaft. Es lebe Europa", sagt Emmanuel Macron in einer bewegenden Rede im Bundestag. Eigentlich geht es um das Erinnern an die …
Macron: Müssen neues Kapitel für Europa aufschlagen
Republikaner Scott liegt nach Nachzählung in Florida vorne
Tallahassee (dpa) - Nach der Nachzählung von Stimmen bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Florida liegt der Republikaner Rick Scott vorne.
Republikaner Scott liegt nach Nachzählung in Florida vorne

Kommentare