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Die Präsidenten von Nord- und Südkorea, Kim Jong Un (li.) und Moon Jae  posieren im Zeichen des Friedens.

Gipfeltreffen soll zum Erfolg werden

Trump berät mit Südkoreas Präsident über nordkoreanische Drohungen

US-Präsident Donald Trump hat sich mit Südkoreas Staatschef Moon Jae In über die nordkoreanischen Drohungen zur Absage eines Gipfeltreffens beraten. Der Gipfel in Singapur soll ein Erfolg werden, hieß es.

Washington - In einem Telefonat am Sonntag hätten Trump und Moon "ihre Sicht der verschiedenen Aktionen ausgetauscht, die Nordkorea kürzlich unternommen" habe, teilte das Büro des südkoreanischen Präsidenten mit. Beide kamen demnach überein, "eng zusammenzuarbeiten", damit der geplante Gipfel von Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni in Singapur ein Erfolg wird.

Trump und Moon wollen sich am Dienstag in Washington treffen. Nach Wochen der plötzlichen Entspannung und des überraschenden Einlenkens von Pjöngjang hatte Nordkorea zuletzt wieder damit gedroht, den Gipfel mit Trump platzen zu lassen. Als Grund wurden die US-Forderungen nach einer "einseitigen" Aufgabe des nordkoreanischen Atomprogramms genannt. Pjöngjang sagte auch ein geplantes hochrangiges Treffen mit Vertretern Südkoreas ab.

Äußerung von Trump-Sicherheitsberater hat zur Drohung Nordkoreas geführt

Die nordkoreanische Drohung war auch eine Reaktion auf Äußerungen von Trumps neuem Sicherheitsberater John Bolton. Dieser hatte Libyen als Vorbild für den Umgang mit Nordkorea angeführt. Das nordafrikanische Land hatte 2003 eingewilligt, sein Atom- und Chemiewaffenprogramm einzustellen. 2011 wurde Machthaber Muammar al-Gaddafi dann im Zuge von Luftangriffen einer internationalen Militärallianz entmachtet und getötet.

Zuvor hatte Bolton bereits Mitte Mai gesagt, die Aufgabe des Atomwaffenprogramms müsse vollendet sein, "bevor die (finanziellen) Unterstützungen beginnen, zu fließen". Er schlug vor, dass die nordkoreanischen Atomwaffen in den USA in einer Einrichtung in Tennessee zerstört werden könnten. Die USA wollten auch nicht nur über das Atom- und Raketenprogramm der Nordkoreaner sprechen, sondern auch über chemische und biologische Waffen des Landes.

Zuletzt hatte Trump dann weitreichende Garantien für einen Machterhalt von Kim Jong Un in Aussicht gestellt, um den Gipfel in Singapur zu retten. "Das libysche Modell ist überhaupt kein Modell, an das wir denken, wenn wir an Nordkorea denken", sagte er. Trump fügte aber auch hinzu: "Dieses Vorbild würde sehr wahrscheinlich greifen, wenn wir nicht zu einem Deal kommen."

Washington fordert die vollständige und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas und bietet im Gegenzug wirtschaftliche Hilfen an. Das asiatische Land ist international weitgehend isoliert und liegt wirtschaftlich am Boden, auch wegen der jahrelangen UN-Sanktionen.

Der gefährliche Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm beschäftigt die Weltmächte seit Jahren. Machthaber Kim hatte sich bei einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Staatschef im April aber zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel bekannt. Bereits angekündigt hat Pjöngjang, kommende Woche ein Atomtestgelände zu schließen.

AFP

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