Neue Vorwürfe

Heimlich gefilmter Clip belastet Donald Trump - vertrauliches Gespräch mit Anwalt

Ein verdeckt aufgezeichnetes Video sorgt für erneute Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. Es zeigt ein geheimes Gespräch mit einem Star-Anwalt.

  • Ein nun aufgetauchtes Video belastet Donald Trump.
  • Es zeigt den US-Präsidenten im vertraulichen Gespräch mit einem Anwalt.
  • Es geht dabei unter anderem um die Trump University.

Washington - Neben seinem Wahlkampf musste sich Donald Trump 2016 auch noch mit drei Klagen beschäftigen. Ihm und der Trump-University - die eigentlich gar nicht als Universität anerkannt war - wurde vorgeworfen, Studenten zu betrügen. Sie hatten zwischen 1.495 und 34.995 US-Dollar für Seminare zum Thema Immobilien bezahlt. Offenbar hatten viele der Dozenten jedoch keinerlei Erfahrungen im Immobiliengeschäft. Trump schaffte es, den Prozess bis nach dem Wahltag zu verschieben. Kurz nach der Wahl erklärte sich Trump bereit, 25 Millionen US-Dollar zu zahlen, um seine Schuld nicht zugeben zu müssen. 

Im Rahmen des Prozesses hatte Trump am 10. Dezember 2015 eine eidesstattliche Aussage gemacht. Die stundenlange Anhörung wurde per Video aufgezeichnet. Veröffentlicht wurde diese im Gegensatz zu einer Mitschrift nicht. Die Kamera war auch während einer Unterbrechung eingeschaltet - was Trump* offenbar nicht aufgefallen war. Sie zeichnete eine Diskussion zwischen ihm und seinem Anwalt Daniel Petrocelli. Die Aufnahmen wurden kürzlich Mother Jones zugespielt.

Donald Trump - vertrauliches Gespräch mit Anwalt

In dem insgesamt 13-minütigen Video, über das auch fr.de berichtete*, prahlte der US-Präsident* damit, das Better Business Buerau bedroht zu haben, um ein besseres Rating zu erhalten. Die NGO hatte der Trump-University ein D-Rating gegeben, Trump* wollte sie dazu bringen, ein A-Rating zu vergeben.

Zudem beschwerte er sich über den verantwortlichen Richter Gonzalo P. Curiel. Er schlug seinem Anwalt Petrocelli vor, den Richter einzuschüchtern und seine vermeintlich lateinamerikanische Herkunft gegen ihn zu verwenden.

„Was ist mit der spanischen Sache“, sagte Trump* in dem Clip. Was Trump damit meinte, ist nicht klar. Doch Monate später griff der Präsident Curiel öffentlich an, bezeichnete ihn als „einen Hasser von Donald Trump“, der "zufällig, wie wir glauben, Mexikaner" ist. Aufgrund der Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko sei der Richter voreingenommen. Curiel wurde jedoch in Indiana geboren und ist demnach US-Bürger.

Donald Trumps Anwalt verlangte von Mother Jones, das Video zu löschen

Art Cohen, der Hauptkläger in einer der Sammelklagen gegen die Trump-University, lies Mother Jones die Aufzeichnung zukommen. „Ich wollte dies vor der Wahl herausbringen, damit die Leute besser verstehen, wie Trump sich hinter den Kulissen verhält“, sagt Cohen gegenüber Mother Jones. „Die ganze Zeit ruhig zu bleiben, war frustrierend für mich, und ich wünschte, jeder hätte die Chance gehabt, Trumps* Verhalten so zu sehen, wie ich es vor der Wahl 2016 getan habe. Mit der 20/20-Vision haben wir jetzt die Gelegenheit, seine wahre Natur und die Gangsterpersönlichkeit, die er in diesem Video zeigt, besser zu verstehen.“

Mother Jones kontaktiere den Anwalt Petrocelli und stellte ihm eine Reihe von Fragen zu dem Clip. Dieser hingegen schickte einen Brief im Namen von Präsident* Donald Trump und der Trump-University und verlangte, dass Mother Jones „das Video oder Artikel in diesem Zusammenhang nicht veröffentlicht und das Video unmittelbar löscht.“ *Merkur.de, tz.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

In einem neuen Enthüllungsbuch werden irritierende Pläne für die Amtseinführung des US-Präsidenten veröffentlicht: Donald Trump wollte ein Mega-Event im Stil von Kim Jong Un abhalten. In einem TV-Interview äußerte sich Trump unterdessen nebulös - sogar die Moderatorin des Senders Fox sprach von „Verschwörungstheorien“. Trump wurde erneut für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen - dabei darf auch ein Seitenhieb gegen Barack Obama nicht fehlen. Zudem enthüllen Audio-Mitschnitte, dass der US-Präsident die Corona-Gefahr wissentlich heruntergespielt hat.

Rubriklistenbild: © Susan Walsh/ DPA/ Picture Alliance

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