Klarstellung

Trump: „Facebook war immer Anti-Trump“ - So reagiert Zuckerberg

Der US-Präsident wirft Facebook einen „anti-Trump“-Kurs vor. Firmenchef Mark Zuckerberg lässt das nicht auf sich sitzen - und geht in einem Statement auch auf die Rolle des Netzwerks im US-Wahlkampf ein.

Los Angeles - In aller Deutlichkeit hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, das Online-Netzwerk sei „immer Anti-Trump“. Zuckerberg schrieb am Mittwoch (Ortszeit) auf Facebook, das Netzwerk arbeite dafür, „freie und faire Wahlen“ sicherzustellen und sei eine „Plattform für alle Ideen“. Facebook hatte kürzlich mitgeteilt, dass mutmaßlich russisch finanzierte Werbeanzeigen auf seinen Seiten geschaltet worden waren, um offenbar die Präsidentenwahl zu beeinflussen.

Trump behaupte, Facebook sei gegen ihn, die Liberalen wiederum sagten, Facebook helfe Trump, schrieb Zuckerberg. Beide Seiten seien über Inhalte verärgert, die ihnen nicht passten. „So sieht eine Plattform für alle Ideen aus“, hob Zuckerberg hervor.

Trump hatte in einer Twitter-Botschaft geschrieben: „Facebook war immer Anti-Trump. Die Sender waren immer Anti-Trump“, dann fügte der Präsident mit Verweis auf die New York Times und die Washington Post hinzu: „Fake News“.

Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben, um dem Republikaner Trump im November 2016 zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Facebook hatte Anfang September bekanntgegeben, dass im vergangenen Jahr mutmaßlich russisch finanzierte Werbeanzeigen auf seinen Seiten geschaltet worden waren. Damit habe anscheinend die Präsidentschaftswahl beeinflusst werden sollen.

Zuckerberg erklärte sich bereit, den Ermittlern die entsprechenden Informationen zur Verfügung zu stellen. Der US-Kongress will nun die Internet-Firmen Google, Facebook und Twitter zum Vorwurf der Wahlmanipulation durch Russland anhören. Vertreter der drei Online-Giganten sollen am 1. November an einer Anhörung des Geheimdienstausschusses des Senats teilnehmen, wie ein Senatsmitarbeiter am Mittwoch in Washington mitteilte. Bereits zuvor könnten sie vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses aussagen.

Adam Schiff und Mike Conaway, die im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses die Ermittlungen zur möglichen russischen Einflussnahme leiten, sagten, sie hätten Vertreter von Google, Facebook und Twitter eingeladen. „Der Kongress und das amerikanische Volk müssen diese wichtigen Informationen direkt von den Firmen erfahren“, sagten sie.

AFP/dpa/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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