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Donald Trump. 

Strafzölle belasten Weltwirtschaft

Trump gegen Europa: Was droht uns im Handelskrieg?

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Am Ende hat alles Verhandeln nichts genutzt: Auch für die EU-Länder gelten nun Strafzölle bei der Einfuhr von Stahl und Aluminium in die USA. Wie reagiert Europa?

München - Was droht uns in einem Handelskrieg? Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

Warum verhängen die USA die Zölle? 

Das übergeordnete Ziel von US-Präsident Donald Trump ist es, das enorme Handelsdefizit der USA zu verringern. Offiziell ist die Begründung: Die hohe Importquote bei Stahl und Aluminium gefährde die Nationale Sicherheit der USA.

Kommen bald auch Zölle auf Autos aus Deutschland? 

Möglich. Dieses Druckmittel nutzt Trump als Faustpfand. Experten fürchten, dass Trump etwa Autos von Daimler ganz vom US-Markt ausschließen könnte. Einen Beleg dafür gibt es bisher nicht.

Wie reagiert die EU? 

Mit Vergeltungszöllen von 25 Prozent. Sie sollen unter anderem auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans und Tabakprodukte erhoben werden. Auch amerikanische Stahlerzeugnisse, Schiffe und Boote wären betroffen.

Um welche Summen geht es? 

Die möglichen EU-Zusatzzölle werden so konzipiert, dass sie in etwa den Schaden ausgleichen, der der EU durch die US-Zölle entstehen dürfte. Unter dem Strich geht es nach EU-Berechnungen um 1,6 Milliarden US-Dollar.

Was fürchtet die Wirtschaft? 

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor weitreichenden Folgen. Wenn man im Zeitalter sich vernetzender Produktionssysteme „Instrumente aus dem 19. Jahrhundert aus der Mottenkiste zieht“, könne das die Konjunktur weltweit in Mitleidenschaft ziehen und perspektivisch den Welthandel empfindlich stören, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Volker Treier in der ARD.

Die Vereinigten Staaten sind der größte Stahlimporteur der Welt.

Wie wurden die Vergeltungszölle der EU ausgewählt? 

Auch hier geht es um politischen Druck. So finden sich auf der Vergeltungszoll-Liste Produkte, die für die Wahlkreise von Unterstützern von Präsident Donald Trump wirtschaftlich und symbolisch interessant sind: Motorrad-Hersteller Harley-Davidson und Bourbon-Whiskey etwa.

Was ändert sich für Verbraucher? 

Wenn die EU Vergeltungszölle verhängt, könnten US-Produkte teurer werden.

Wie ist Bayern betroffen? 

BIHK-Präsident Eberhard Sasse sagt: „Heute ist ein schwarzer Tag für die Weltwirtschaft, denn ein Handelskrieg kennt nur Verlierer.“ Die direkten Auswirkungen der Strafzölle auf Bayern werden aber gering sein: Firmen aus dem Freistaat exportierten 2017 Stahl und Aluminiumprodukte im Wert von lediglich 50 Millionen Euro – 0,2 Prozent der gesamten Ausfuhren in die USA.

Zum Thema: Trump verhängt Strafzölle gegen EU - Scholz nennt sie „rechtswidrig“

Mike Schier

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